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Züchter = Betrüger - mit unserem neuen Welpen läuft alles schief

21. August 2012 um 15:59

Hallo, ihr Lieben,

seit fast 1 Woche haben wir einen Welpen. Es ist ein 9 1/2 Wochen altes Cocker-Mädchen. Die Vorfreude war sehr groß, aber bis jetzt ist irgendwie alles schief gelaufen, was man sich denken kann. Ich bin nur noch ratlos und verunsichert. Lest euch bitte diese traurige Geschichte durch. Ich fange mal an:

Wir haben ihn vom eingetragenen Züchter. Haben ihn vorher besucht, gemeinsam ausgeschaut und sein Wachstum mitverfolgt. Er war ein sehr lieber, verspielter und verschmuster Hund, das Muttertier wunderschön und vom ausgezeichneten Charakter. Das Gutachten vom Zuchtwart ist hervorragend, frei von allen Erbkrankheiten und kerngesund. Als dann der Tag X gekommen ist war natürlich die Freude groß. An diesem Tag war leider das Auge etwas gerötet und die Kleine hat ihr Auge zugekniffen. Der Züchter hat uns darüber informiert, dass es sich um ein trockenes Auge handelt und ihm der Tierarzt Tropfen verschrieben hat. Da wir wirklich sicher gehen wollten, dass alles in Ordnung ist (schließlich wollten wir einen kerngesunden Hund) sind wir mit dem Züchter noch einmal gemeinsam zum örtlichen Tierarzt. Dieser hat noch einmal untersucht und bestätigt, dass es nichts Schlimmes sei, lediglich ein trockenes Auge und dass es schon besser aussieht als am Vortag. Nun: wir waren erleichtert, also haben wir das Kleine mitgenommen.

Nach 3 Tagen haben wir festgestellt, dass das Auge schlechter wird. Also sind wir an dem Tag erneut zum Tierarzt, diesmal jedoch in unserer Stadt. Sie hat das Auge untersucht und die Tränenflüssigkeit kontrolliert und gesagt, dass ihr das gar nicht gefalle: das Auge ist sehr trocken und die Hornhaut schon trüb. Sie hat uns an einen Augen-Spezialisten in einem anderen Ort empfohlen. Am nächsten Tag sind wir also hin. Er hat beide Augen mit allen technischen Mitteln untersucht und uns mitgeteilt, dass das Tier ein Roll-Lid hat (unteres Augen-Lid). Das Lid rollt sich also nach innen ein und die Wimpern schubbern permanent auf der Hornhaut. Das tut verdammt weh und deswegen kneifft sie das Auge zu. Aus dem Grund ist das betroffene Auge auch kleiner als das andere, denn durch die Schmerzen und das Zukneifen konnte es sich nicht richtig entwickeln. Er meinte auch, dass sie es schon seit Anbeginn haben muss und sich der Zustand jetzt eben rapide verschlechtert. Wenn wir nichts unternehmen, kann die Hornhaut schwere Schäden davon tragen und das Auge sogar erblinden / bzw das Auge verlieren. Das war eine schreckliche Nachricht für uns!
Er riet uns von einer OP zur Lid-Straffung ab, empfahl aber das Lid mit zwei Nähten zu "tacken", das Lid also mit zwei Nähten so nach Außen zu stülpen, damit nichts mehr scheuert. Da Sie klein ist und schnell wächst kann es sein, dass es so mit raus wächst und dass das Auge sogar das Wachstum nachholt, die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß. Die Kosten für zwei solcher Behandlungen sollten wir uns vom Züchter wiederholen, sofern wir den Hund behalten sollten, schließlich hat er es zu verantworten. Die Krankheit ist genetisch und die betroffenen Tiere so wie die Elterntiere müssen von der Zucht ausgeschlossen werden.

Wir haben uns zusammengesetzt und nachgedacht und uns für das Tier entschieden, dass wir schon ins Herz geschlossen haben. Mit dem ach so netten und professionellen "Züchter" haben wir großen Ärger. Er sieht trotz ärztlichem Gutachten nicht ein, dass es sich um diese Krankheit handelt, dass wir das Tier mit dem Eingriff quälen würden und die Maßnahme mit dem Tacken zu unterlassen haben. Der Arzt wolle Geld haben oder wir wollten ihn reinlegen. Wir sollten artig die Augen weiter tropfen und das trockene Auge würde von alleine verschwinden, wie bei seiner Zucht-Hündin. Mit ihm Reden ist zwecklos, wir wenden uns also an den VDH und legen eine Beschwerde gegen ihn ein. Wir haben nämlich durch Recherchen jetzt erfahren, dass der Verantwortliche im Team der Gutachter dieses Landkreises der Besitzer vom Deckrüden ist - er hat das ärztliche Gutachten unterzeichnet. Ein klarer Fall von Vetternwirtschaft. Der Ruf geht vor Gesundheit.
Wir sind stinksauer, aber der Hund kann nichts dafür. Der Züchter hätte das Auge verrotten lassen. Darum haben wir uns für den Hund entschieden und den Eingriff gestern machen lassen. Davor war sie sehr unruhig, und wir vermuteten die starken Schmerzen dahinter - schliesslich hat sie sich ständig am Auge gekratzt.

Jetzt hat sie eine Halskrause, die sie 3 Wochen tragen soll (!) um zu verhindern, dass sie die Nähte am Auge aufkratzt. Die ersten Stunden mit der Krause waren vielversprechend. Sie ist zwar hier und da angestoßen aber sie hat sich verhalten, als würde sie sich nicht dran stören Die Krause ist viel zu groß, aber das kleinste, was es gibt - außerdem wächst sie ja. Ständig muss sie den Kopf hochhalten, was ihr nicht immer gelingt. Nun ja, wie die Stunden vergingen umso schlimmer wurde es. Und zur Nacht hin wurde es zum reinsten Alptraum, der bis heute anhält: Sie jault, weint und jammert und windet sich nach jedem zweiten Schritt auf dem Boden und versucht mit Gewalt die Krause abzuziehen. Das geht die ganze Zeit so. Wenn Sie trinkt werden ihre Ohren nass. Ich trockne die schon jedes Mal mit einem Handtuch ab, aber da sie sehr lang sind winden sie sich im Trichter um den Kopf und sogar um das genähte Augenlid herum. Nach einem 2-stündigen Schläfchen war ihr Ohr immer noch sehr feucht - das kann doch nicht gesund sein? Auf jeden Fall bricht es mir das Herz, das mit anzusehen. Ich habe online gesehen, es gibt Alternativen zu dem blöden Trichter, aber mein Freund ist dagegen und sagt, wir sollen auf den Tierarzt vertrauen und es dran lassen. Leider entpuppt sie sich zunehmend auch als aggressiv veranlagt. Sie war immer ein Energiebündel, aber je mehr das mit ihren Augen und den Schmerzen kam umso mehr tickt sie aus und beisst um sich, wenn sie in rage ist. Man kann sie kaum beruhigen, wenn man sie streichelt und auf sie gut einredet versucht sie ständig an der Hand zu nagen und windet sich wie ein Wurm. Am Anfang hat sie noch gerne in unserer Nähe geschlafen, z.B. auf meiner Brust und mit dem Köpfchen in meinem Nacken, und sich schmusen lassen. Nun will sie all das nicht mehr. Sie folgt uns zwar auf Schritt und tritt und ist gelehrig und aufmerksam aber wann immer wir sie auf den Arm nehmen will sie sich mit aller Kraft losreissen oder wenn man ihr ins Gesicht schaut, am besten in die Augen, dreht sie ihren Kopf demonstrativ weg.

Es ist einfach ein ganz neues und wenig vielversprechendes Verhalten, was sie da an den Tag legt. Einige sagen, das ist typisches Welpenverhalten, aber ich weiß nicht. Die Hunde, die wir vorher hatten suchten immer unsere Nähe und waren verschmust. All das Ganze zusammengefasst in nur einer Woche ist sowas von ernüchternd und demotivierend, dass ich nur noch am Weinen bin. Ich will doch nur, dass es der Kleinen gut geht und sie ist einfach total in rage und abweisend. Ich weiss mittlerweile nicht, ob ich das richtige gemacht habe... es steckte so viel Herzblut dahinter, aber sie benimmt sich wirklich, als würde sie uns nicht mögen (es sei denn, wir geben ihr Futter).

Wer bis hierher durchgehalten hat: Ich würde mich über eure Tipps/Erfahrungen bezüglich der Welpen-Aufzucht bzw. Erfahrungen/Meinungen zum Züchter sehr freuen.

Liebe Grüße,
die deprimierte Puniqa

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29. August 2012 um 19:00


So, es gibt Neuigkeiten, allerdings keine wirklich guten:

Mittlerweile hat die Kleine eine etwas kleinere Krause bekommen, sodass sie sich besser bewegen kann. Auch das Auge öffnet sich immer mehr, wie es der Augentierarzt schon prophezeit hat. Jedoch: die Trübung der Hornhaut ist nur wenig zurückgegangen. Der Augenarzt hatte gesagt, dass sich das mit dem trockenen Auge zunehmend bessern würde nach der Behandlung und 3 Tage nach dem Lid-Tacking sollten wir die Augentropfen (künstliche Tränenflüssigkeit) absetzen. Nun. Über eine Woche nach der OP ist es schon her und ich habe schon 2 Tage nach der Unterbrechung die Augentropfen weitergegeben, weil ich gemerkt habe, dass es nicht besser wurde. Wir sind wegen einer Folgeimpfung zum normalen Tierarzt und dieser zeigte sich sehr besorgt über das Auge und wollte nicht recht glauben, dass uns der Spezialist dazu riet die Tropfen nicht zu nehmen. Er verwies uns an eine andere Spezialistin wg. einer zweiten Meinung, und dann sagte er etwas, was mir gar nicht gefiel, nämlich, dass "trockene Augen nicht oder in den seltensten Fällen bei Hunden weggehen sondern bis ans Lebensende bleiben und intensiv behandelt werden müssen". Wow. Weder der erste Tierarzt, bei dem wir mit dem Züchter waren, noch der zweite Haustierarzt noch der dritte Augenspezialist haben uns Derartiges gesagt, sondern es als "vorübergehende harmlose Sache" dargestellt - ein paar Tröpfchen am Tag und irgendwann ist es wieder gut. Nun, verunsichert über die neue Aussage des vierten Tierarztes haben wir einen Termin für die andere Augenspezialistin vereinbart und ihr am Telefon kurz geschildert. Diese meinte, dass sie sich über die Aussagen der anderen Ärzte sehr wundert, in der Regel geht das nämlich nicht weg - wenn es bei jungen Welpen auftritt ist es bis zum Lebensende zu behandeln. Tropfen sollte ich bitte jede 30 Minuten, damit das Auge besser wird. Morgen schaut sie sich das genauer an und dann sagt sie mehr.

Im Internet nachgelesen offenbart sich mir, dass es bei vielen Rassen eine chronische angeborene Krankheit / Neigung handelt - der Cocker wird in dem Zusammenhang auch aufgezählt. Trockene Augen sind alles andere als harmlos sondern sorgen dafür, dass die Hornhaut trübe wird und das Auge ständig entzündet ist. Im schlimmsten Fall entsteht ein Geschwür oder der Hund erblindet gar.

Nun bin ich wirklich wütend auf den Züchter und die Machenschaften der Mitglieder des VDH!
Ich habe bereits einen Anwalt mit einem Schreiben an den Züchter um die Erstattung der bisherigen Tierarztkosten im Zusammenhang mit der Erbkrankheit Entropium beauftragt. Zudem habe ich eine riesige Beschwerde an den FDH verfasst, die derzeit noch geprüft wird. Und nun kommt noch eine zweite angeborene Krankheit hinzu, die es in sich hat. Bis zum Lebensende muss ich dafür Sorge tragen, dass der Hund keine 30 Minuten alleine ist, weil sonst das Auge austrocknet. Theoretisch müsste ich ihn auch für alle Folgebehandlungen verklagen.

Ich bin mit den Nerven am Ende. Auf der Seite des Züchters wird noch dreist dafür geworben, man solle nur vom seriösen Züchter kaufen, weil dann Erbkrankheiten ausgeschlossen sind. Und dann handelt es sich in dem Fall noch um eine für die Rasse bekannte Linie, den "Vorzeige-Zwinger" - dass ich nicht lache. Meine Wut kann ich nicht mehr in Worte fassen. Ich habe mich für die Kleine entschieden, aber jetzt zu wissen, dass sie bis ans Lebensende 24/7 auf mich angewiesen ist trifft mich sehr hart, weil ich mir ein Privatleben, ob es der Gang zur Behörde, Arzt oder Einkaufen, oder ein Kinoabend, abschminken kann.

Ich weiss auch gar nicht, wen mehr die Schuld trifft: den VDH für die Zulassung solcher schwarzen Schafe oder mich für meine Naivität um das Vertrauen in renommierte Züchter.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Erfahrungsbericht eure Sinne geschärft habe, damit euch so etwas niemals passiert.

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29. August 2012 um 22:35


Hallo,

nur das rechte Auge ist von der Trockenheit betroffen. Die zweite Krankheit ist, wie im Eröffnungspost beschrieben, das Entropium auf dem selbigen Auge, das wir mittels einer kleinen OP haben "tacken" lassen.
Aus rechtlichen Gründen darf ich den Zwinger nicht benennen. Wenn ich das Internet so durchforste, ist das Recht nicht immer auf meiner Seite... Das Gericht gibt den Züchtern oft recht, da man als Käufer in der Nachweispflicht ist, dass die Krankheit schon beim Kauf vorlag. Das VDH-Gutachten beschreibt ein gesundes Tier, von daher kann es schwer werden...

Ich halte euch auf dem Laufenden.

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