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Was mich so nervt

9. Januar 2004 um 15:21 Letzte Antwort: 10. Januar 2004 um 18:34

hab neulich einen film auf ndr gesehen, über hunde und erziehung - und was aus hunden wird, die nicht artgerecht behandelt werden. viele landen im tierheim, nur weil die besitzer zu blöd sind, sich vorher zu informieren oder selbst dann nicht einmal, wenn es probleme gibt mit dem hund. mich macht das total wütend. bin für eine art tierführerschein.
peas

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9. Januar 2004 um 16:02

Hi Peas,
ich habe mal eine Zeitlang regelmässig die Hunde aus dem Tierheim hier Gassi geführt. Man konnte sich Samstags die Tiere für 4 Stunden, Sonntags für 8 Stunden holen.
Lange habe ich das aber nicht durchgehalten. Ich konnte das Elend dort nicht mehr ertragen.


Die meisten Hunde da sind dir vor Freude bis zum Hals gesprungen. Wenn es aus dem Tierheim rausging, haben die gezogen wie die Irren "bloss weg hier". Abends, wenn man sie dann wieder zurückbrachte, stand ihnen das Elend in den Augen geschrieben. Dieser traurige Blick hat mich fertig gemacht.

In dem Tierheim sassen Tiere, die wirklich durch die Hölle gegangen sind. Verätztes Fell, abgeschnittenes Ohr, nur noch ein Auge usw....diese armen Viecher hat man aus Versuchslaboren befreit. Die sassen zitternd in der Ecke - Gassi gehen mit den Hunden war nicht. Die werden nie wieder einem Menschen vertrauen und sind psychisch bis an ihr Lebensende versaut. Wenn du das siehst, kriegst du Wut auf Menschen.
Viele andere Hunde hatten null Erziehung. Und wenn ein Hund erstmal 1 Jahr oder älter ist, ist es schwer, ihm noch was beizubringen. Die Erziehung muss wirklich früh und konsequent laufen. Es gab da Hunde, die kannten weder Sitz noch Platz. Hat ihnen keiner beigebracht.

Viele der Tiere da waren natürlich ausgesetzt oder hatten sonstwie durch falsche Haltung einen an der Waffel.
Was ganz traurig war - wenn es mal nen Wurf gab, gingen die Welpen weg wie warme Semmeln. Aber ein Hund, der älter als 2 Jahre ist, will da niemand mehr haben. Die werden vielleicht kurzzeitig vermittelt, bis dann die neuen Besitzer damit auch nicht klarkommen, dann kommt der Hund halt wieder ins Tierheim. Wirklich traurig.

Das schwierige bei Tieren im Tierheim ist halt auch, dass du nie genau die (meist traurige) Vorgeschichte der Hunde kennst. Du weisst nicht, was die alles mitgemacht haben. Und dementsprechend schwer ist es, dass solch ein Tier Vertrauen zu dir aufbaut.

Ich bin auch ganz klar für den Tierführerschein. Egal, um welches Tier es sich handelt. Aber da werden dann halt mal eben so Tiere für die Kinder unter den Weihnachtsbaum gelegt, und wenn das Tier dann grösser wird und man merkt, welche Verantwortung und Arbeit das mit sich bringt, wird das Tier abgeschoben oder ausgesetzt (gerade, wenn der Urlaub ansteht!!!).
Den meisten Tieren wäre schon geholfen, wenn sich ihre zukünftigen Besitzer mal Gedanken darüber machen würden, welche Verantwortung man übernimmt und das viele Tiere auch sehr alt werden können. Man hat so ein Tier eben nicht nur für 1-2 Wochen, sondern manchmal 15 Jahre oder länger.

Aber Idioten sterben leider nie aus. Dieses Elend wird sich kaum verhindern lassen - solange es diesen Führerschein nicht gibt und solange auch keine drastischen Strafen für Tierquäler ausgesprochen werden. Tiere haben fast keine Lobby und brauchen mehr Rechte.
Meine Meinung.

Dir ein schönes WE,
parfum

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10. Januar 2004 um 18:34

DAFÜR!
Tierhaltung bedeutet Verantwortung - Und da hast du ganz Recht, dass es sowas wie einen Tierhalter-Führerschein geben sollte. Vor allem sollte es auch härtere Strafen für Tierquälerei geben.
Vor ein paar Jahren bin ich noch jeden Tag in einem Reitsportverein gewesen. Was dort mit den Schulpferden angestellt wurde war echt unter aller Sa*. Ein Pferd wurde ohne Betäubung an einer Kopfwunde genäht, um Geld zu sparen. Bei einer 10cm langen Wunde ist das gar nicht witzig. Wir haben zu fünft das Tier festhalten müssen und beruhigen müssen. Danach war das Tier verstört und wir hatten ausgekugelte Arme... Dann wurden Kinder deren Beine nicht mal länger Waren als der Sattel auf Pferde gesetzt. "Das geht schon!" hat unser Reitlehrer immer gesagt. Ja es ging... Konnte das Kind das Pferd nicht mehr kontrollieren, kam der tolle Reitlehrer halt einfach mit der Peitsche hinterher. Die Peitsche war für dieses Ars*hloch sowieso das Universalmittel. Eines Tages hat ein Pony (schönes Tier, noch jung und kräftig!) ein Kind abgeworfen. Der Reitlehrer hat das Pony an die Longe genommen und so lange im Kreis gehetzt bis es fast zusammengebrochen ist. Die Beine und die Kruppe waren hinterher blutig von den Peitschenhieben.
Ich habe meinen Reitlehrer daraufhin angezeigt. Das Veterinäramt hat sich eingeschaltet, es kam zur Gerichtsverhandlung. Und weißt du was passiert ist?! GAR NICHTS! Verhandlung wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt. Das einzige was mein Reitlehrer zahlen musste, waren seine Anwaltkosten. Er hat weiterhin Unterricht gegeben. Es war so unglaublich. Der halbe Reitverein hat diese Tortur für das Pony damals beobachtet. Niemand hat eingegriffen. Die Mädchen die diesen Ars*h weinend gebeten haben aufzuhören wurden ignoriert. Bei der Verhandlung konnte sich niemand an den Vorfall erinnern... Ein eindeutiges Tierärztliches Gutachten gab es nicht?! Das ist alles unter der Hand irgendwie geregelt worden. Die Richterin hat mich damals bei meiner Zeugenaussage noch darauf hingewiesen, dass ich bei solchen Anschuldigungen in Zukunft vorsichtiger sein solle. Ohman, ich könnte heute noch vor Wut in den Tisch beißen, wenn ich daran denke wie hilflos ich mich gefühlt habe.
Naja, nach diesem Vorfall konnte ich in keinem der hiesigen Reitvereine mehr Fuß fassen. Ich musste meinen Lebensinhalt - die Pferde und der Reitsport - an den Nagel hängen.

Die Erinnerungen daran rufen einfach nur ein Ohnmachtsgefühl hevor und man merkt erst, wie wenig man erreichen kann.

Und dann kommt man in ein Tierheim und sieht diese ganzen armen Tiere mit ihrem schweren Schicksal. Man möchte am liebsten nur noch laut schreien. Und wenn ich mal meine bescheidene Meinung abgeben darf: Es sollte ein Gesetz geben, dass die Hundezucht verbietet, oder zumindest stark eingrenzt. Die meisten Leute wollen einen Welpen, weil er ja noch soooo niedlich ist. Aber man sollte sie dazu zwingen, sich erst in einem Tierheim umzusehen und sich von dort ein Tier zu holen. Denn mal davon abgesehen, dass man so einem traurigen Tier dann ein neues Leben schenkt und diese Tiere so unendlich dankbar sind, wird man dort auch beraten und bekommt Hilfe, wenn es Probleme gibt. Außerdem gibt es mehr als genug Hunde die spontan gezeugt werden , da braucht man nicht auch noch extra Züchter die sich daran eine goldene Nase verdienen, Hündinnen als Gebärmaschinen zu missbrauchen!

Lizzy

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