Home / Forum / Tiere / Trennungshund

Trennungshund

20. August 2010 um 9:07 Letzte Antwort: 8. September 2010 um 13:37

Hallo,
ich habe bereits einen Beitrag im Thema "Beziehungen" geschrieben, in der ich geschildert habe, weshalb ich mit dem Gedanken einer Trennung spiele und welche Ängste ich habe.
Eine zweite große Sorge, die mich diesbezüglich beschäftigt ist mein Hund.
Ich dachte nur, dass ich zu diesem Thema, hier besser aufgehoben bin und deswegen ein gesondertes Thema erstellt habe.

Ich und mein Freund haben uns kennengelernt, da wir beide einen Welpen hatten uns so oft gemeinsam gassi-gegangen sind.
Bauchkribbeln-stärkere Gefühle- Einzug bei Ihm...
Unsere Hunde sind also gemeinsam aufgewachsen-
Ich weiß, dass sein Hund mich sehr gern hat, genauso wie mein Hund ihr "Herrchen" über alles liebt.

Was ist nun, wenn ich mich trenne?

Ich habe schon mit meinem Freund - rein theoretisch- gesprochen, welche Optionen wir haben, wenn wir uns trennen würden- es bleiben 2 Optionen:

1. Er behält seinen Hund und ich meinen,und wir gehen getrennte Wege.
2. Er behält seinen und meinen Hund. Und ich gehe alleine.

Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich den Gedanken daran, meinen Hund "zurückzulassen" schrecklich finde, frag ich mich, was für den Hund am besten wäre.

Ich frage mich, ob mein Hund die Trennung von mir eher verkraften würde, als die Trennung von Herrchen und ihrer Hundefreundin... die beiden sind ein so tolles kleines Rudel, spielen so viel miteinander, kuscheln und liebkosen sich,,, ich weiß einfach nicht- was aus hundesicht einfacher zu verkraften wäre...

Andererseits kann ich mich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, sie nicht mirzunehmen.
Wir sind ein tolles eingespieltes team, verstehen uns blind, arbeiten sehr viel miteinander... ach herrje... ich weiß es einfach nicht.

Habt ihr erfahrungen, empfehlungen für mich?

Liebe Grüße und danke fürs lesen.

Mehr lesen

25. August 2010 um 12:54

Hi Joy,
ich verstehe das Dilemma, in dem Du Dich befindest. Bei uns ist es ähnlich, die Hündin meines Freundes und meine sind ein Super-Rudel, sie toben miteinander, schlafen auf dem gleichen Sessel eng an einander gekuschelt.
Trotzdem wäre für uns im Falle einer Trennung klar, dass jeder seinen Hund behält. Der Hund gehört zu seiner Bezugsperson finde ich und so oder so wirst Du durch die Trennung Deinem Hund etwas weg nehmen. In diesem Falle den Spielkameraden.
Nun findet Dein Hund aber Halt bei Dir, Du beschützt sie, Du bist immer für sie da. Was denkst Du, wie sehr sie Dich vermissen würde? Sie würde es nicht verstehen, dass Du sie im Stich lässt.
Also ich in Deiner Situation würde keinen Gedanken daran verschwenden, mich von meinem Hund zu trennen. Sich einen Hund anzuschaffen, bedeutet für mich, Verantwortung zu tragen bis zu dessen Tod - und das unter allen Umständen.

Deine Hündin wird andere Spielkameraden finden, musst halt viel mit ihr unternehmen zur Ablenkung und versuchen Kontakte mit anderen Hundebesitzern zu knüpfen, damit sie ihre sozialen Kontakte haben kann.
Das wird sie in jedem Fall besser verkraften als eine Trennung von Dir!
Viel Glück für Dich und Deine Maus!
Liebe Grüße
Katrin

Gefällt mir
25. August 2010 um 20:59

Trennungshund.de
Hallo!

Ich habe gerade ganz interessiert deinen Beitrag gelesen und kann deine Sorgen wirklich gut verstehen. Ich habe mich vor 2,5 Monaten von meinem Partner getrennt und wir haben auch einen gemeinsamen Hund.

Ich habe mir auch unglaublich viele Fragen gestellt und nur wenig Antworten gefunden - deshalb hab ich dieses Projekt ins Leben gerufen: www.trennungshund.de

Ich möchte zusammen mit renommierten Hunde-Experten ein Buch zum Thema Trennungshund veröffentlichen und darin sollen auch ein paar Erfahrungsberichte von "Betroffenen" eingebaut werden.

Deine Frage, was bei zwei Hunden das beste im Fall einer Trennung ist, werde ich auf jeden Fall zu meinen Gesprächen und Interviews mitnehmen und im Buch aufgreifen.

Vielleicht hast du ja Lust, mit mir in Kontakt zu bleiben und wir können uns irgendwann einmal darüber unterhalten, wie eure Geschichte weitergegangen ist?

Ich würde mich darüber sehr freuen und natürlich auch über einen Besuch auf meiner Projekt-Website!

Viele Grüße und Kopf hoch!

Gefällt mir
26. August 2010 um 12:54

Danke euch beiden, für die Antworten
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meine Frage zu lesen und diese zu beantworten.

Es ist wirklich eine schwierige Situation für mich.

Wie ich oben bereits geschrieben hatte, stelle ich mich und meine wünsche an zweite stelle, in erster linie ist es für mich wichtig, dass ich aus der sicht meiner hündin, die richtige entscheidung für sie treffe- ich denke einfach, ich bin ein mensch und kann logisch nachdenken, wieso und weshalb ich diese oder jene entscheidung treffe- da ist es bei meinem hund ja anders.
Sie wird mit der neuen situation konfrontiert und muss damit zurecht kommen, versteht die neue situation (egal, wie sie nun aussehen wird) vielleicht nicht.

Dass ich grad in der trennungsphase und danach verstärkt für meine hündin da sein muss, ist mir klar- und ich denke, dass ist auch gut so- denn so habe auch eine wirklich wichtige aufgabe und habe nicht so viel zeit, mir gedanken über die trennung zu machen., lerne dadurch eventuell neue Leute kennen, etc. Meiner Meinung nach, also ein positiver Selbstläufer.

Was ich nur befürchte ist, dass sie nun probleme mit dem allein sein bekommen könnte.
Hier war sie ja nie wirklich alleine, selbst wenn mein freund und ich wegwaren, hatten sich die hunde gegenseitig.

Wenn ich mir nun vorstelle, dass sie, bedingt durch die neue situation vielleicht zu einem kläffer wird, der mir die halbe wohnung in kleinteile zerlegt, ich deswegen probleme mit meinem neuen vermieter und den nachbarn bekomme... ohje da wird mir anders.

Um dieses Problem zu lösen, habe ich mich die letzen Tage recht intensiv mit der frage beschäftigt, was dagegen sprechen würde, mir einen kleinen zweithund anzuschaffen.

Raus muss ich mit meiner Hündin sowieso- und da wir in der Rettungshundearbeit aktiv sind, ist es für mich völlig normal und selbstverständlich, täglich mehrere stunden mit meinem hund unterwegs zu sein, sie zu fördern und zu fordern, ich sehe ja, wie sehr sie spaß daran hat, neue dinge zu lernen, wie sie es genießt, wenn sie meine volle aufmerksamkeit hat und wie sie sich dann zufrieden und geschafft vom tag, abends an mich kuschelt...
Was ich nicht machen würde, wäre mir nochmal einen Welpen anzuschaffen, ich glaube, damit wäre ich dann in der neuen situation ein wenig überfordert, außerdem möchte ich nicht noch einen mittelgroßen oder größeren hund haben, einfach aus dem grund, da es für mich wesentlich leichter ist, eine wohnung zu finden, mit einem mittelgroßen hund und einer kleinen fußtröte, als mit einem mittelgroßen und einem sehr großen hund. dass kleine hunde genauso ihre ansprüche nach aufmerksamkeit und einen riesigen bewegungsdrang haben, weiß ich natürlich.

Auch die überlegung nach einer Katze war da- aber die habe ich recht schnell wieder verworfen, weil hund und katze zwar gute freunde werden können, ich aber mir für meine hündin jemanden wünsche, der ihre hundesprache spricht und versteht.

Also spiel ich nun mit dem gedanken, mir einen klitzekleinen zweithund anzuschaffen. Keinen welpen, vielleicht ein hund, dessen besitzer keine zeit mehr für ihn/sie haben, einen hund in den besten jahren seines lebens- aber noch fit genug, auch mal die ein oder andere spielaufforderung meiner hündin anzunehmen.

Ich weiß nur nicht, ob ich vielleicht einen denkfehler mache.
Ob es die richtige entscheidung wäre.
oder ob der "neue" hund, nicht nur eine art "lückenbüßer" wäre.

Ich denke halt, dass ich meiner hündin einen gefallen tuen würde, wenn sie nicht alleine sein muss, wenn ich z.B. arbeiten bin.

Natürlich interessieren mich eure ehrlichen meinungen.

Liebe Grüße

Gefällt mir
26. August 2010 um 13:33
In Antwort auf an0N_1272227199z

Danke euch beiden, für die Antworten
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meine Frage zu lesen und diese zu beantworten.

Es ist wirklich eine schwierige Situation für mich.

Wie ich oben bereits geschrieben hatte, stelle ich mich und meine wünsche an zweite stelle, in erster linie ist es für mich wichtig, dass ich aus der sicht meiner hündin, die richtige entscheidung für sie treffe- ich denke einfach, ich bin ein mensch und kann logisch nachdenken, wieso und weshalb ich diese oder jene entscheidung treffe- da ist es bei meinem hund ja anders.
Sie wird mit der neuen situation konfrontiert und muss damit zurecht kommen, versteht die neue situation (egal, wie sie nun aussehen wird) vielleicht nicht.

Dass ich grad in der trennungsphase und danach verstärkt für meine hündin da sein muss, ist mir klar- und ich denke, dass ist auch gut so- denn so habe auch eine wirklich wichtige aufgabe und habe nicht so viel zeit, mir gedanken über die trennung zu machen., lerne dadurch eventuell neue Leute kennen, etc. Meiner Meinung nach, also ein positiver Selbstläufer.

Was ich nur befürchte ist, dass sie nun probleme mit dem allein sein bekommen könnte.
Hier war sie ja nie wirklich alleine, selbst wenn mein freund und ich wegwaren, hatten sich die hunde gegenseitig.

Wenn ich mir nun vorstelle, dass sie, bedingt durch die neue situation vielleicht zu einem kläffer wird, der mir die halbe wohnung in kleinteile zerlegt, ich deswegen probleme mit meinem neuen vermieter und den nachbarn bekomme... ohje da wird mir anders.

Um dieses Problem zu lösen, habe ich mich die letzen Tage recht intensiv mit der frage beschäftigt, was dagegen sprechen würde, mir einen kleinen zweithund anzuschaffen.

Raus muss ich mit meiner Hündin sowieso- und da wir in der Rettungshundearbeit aktiv sind, ist es für mich völlig normal und selbstverständlich, täglich mehrere stunden mit meinem hund unterwegs zu sein, sie zu fördern und zu fordern, ich sehe ja, wie sehr sie spaß daran hat, neue dinge zu lernen, wie sie es genießt, wenn sie meine volle aufmerksamkeit hat und wie sie sich dann zufrieden und geschafft vom tag, abends an mich kuschelt...
Was ich nicht machen würde, wäre mir nochmal einen Welpen anzuschaffen, ich glaube, damit wäre ich dann in der neuen situation ein wenig überfordert, außerdem möchte ich nicht noch einen mittelgroßen oder größeren hund haben, einfach aus dem grund, da es für mich wesentlich leichter ist, eine wohnung zu finden, mit einem mittelgroßen hund und einer kleinen fußtröte, als mit einem mittelgroßen und einem sehr großen hund. dass kleine hunde genauso ihre ansprüche nach aufmerksamkeit und einen riesigen bewegungsdrang haben, weiß ich natürlich.

Auch die überlegung nach einer Katze war da- aber die habe ich recht schnell wieder verworfen, weil hund und katze zwar gute freunde werden können, ich aber mir für meine hündin jemanden wünsche, der ihre hundesprache spricht und versteht.

Also spiel ich nun mit dem gedanken, mir einen klitzekleinen zweithund anzuschaffen. Keinen welpen, vielleicht ein hund, dessen besitzer keine zeit mehr für ihn/sie haben, einen hund in den besten jahren seines lebens- aber noch fit genug, auch mal die ein oder andere spielaufforderung meiner hündin anzunehmen.

Ich weiß nur nicht, ob ich vielleicht einen denkfehler mache.
Ob es die richtige entscheidung wäre.
oder ob der "neue" hund, nicht nur eine art "lückenbüßer" wäre.

Ich denke halt, dass ich meiner hündin einen gefallen tuen würde, wenn sie nicht alleine sein muss, wenn ich z.B. arbeiten bin.

Natürlich interessieren mich eure ehrlichen meinungen.

Liebe Grüße

Zweithund
Hmm,
ich kann deine Überlegung nachvollziehen, allerdings läuten direkt auch alarmglocken: was ist, wenn die beiden hunde sich z.B. nich verstehen?! das bemerkt man ja nicht immer sofort.. und dann hätte deine hündin mit 2 dingen zu kämpfen - der trennung vom herrchen und ein neuer "rivale" im eigenen heim...

ich würde mit dem zweithund warten, bis die trennungssache für die hündin erledigt ist und vor allem bis du wirklich siehst, wie deine hündin überhaupt reagiert. vielleicht hat sie ja viel weniger probleme damit, als du jetzt denkst!!!

und ich kann ja noch ein bisschen halbwissen in die runde werfen:
ich habe z.B. gelesen, dass der hund besser mit verlust/trauer um ein rudelmitglied klarkommt, als zB. mit dem hin- und hertauschen zwischen zwei getrennten besitzern. das stammt noch aus seiner zeit als wolf, in wolfsrudeln kommt es auch vor, dass ein mitglied stirbt oder das rudel verlässt. andere mitglieder vermissen den verflossenen dann durchaus, aber nach einer weile ist es für sie okay und sie akzeptieren das.

also ich denke, dass deine hündin die trennung auch ohne zweithund gut übersteht. für mich ist am wichtigsten, dass man dem hund zu verstehen gibt, dass er eine bezugsperson hat und er sich auch in der neuen situation auf diese verlassen kann.

und wenn ihr sogar rettungshundearbeit zusammen macht, dann musst du ja eine absolute bezugsperson für deine hündin sein. steht für mich also außer frage, dass du sie unbedingt mitnehmen solltest, wenn ihr euch trennt!!!!

wenn sie probleme mit allein sein bekommt - ja dann hilft wohl nur eins: hundetrainer, hundelektüre, üben üben üben wie mit nem welpen halt sie lernt das bestimmt ganz schnell!

Gefällt mir
29. August 2010 um 0:43

Trennungshund
Hallo!
Also ich kann dir auch nur raten, den Hund auf jeden Fall mitzunehmen!. Gib ihr ein wenig Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen, und wenn du dann immernoch das Gefühl hast, sie braucht unbedingt einen Zweithund, weil sie daran gewöhnt ist, kannst du dir immernoch was überlegen. In dem Tierheim, in dem ich ehrenamtlich arbeite, kommen viele Menschen mit deinem Problem. Deswegen hat man dann die Möglichkeit, mit möglichen "Kandidaten" für deine Hündin erstmal gassi zu gehen, bzw. verschiedene infrage kommende Hunde mit deiner Hündin zusammenkommen zu lassen. Da merkt man recht schnell, wo die Chemie stimmt, sowohl bei deiner Hündin als auch bei dir. Gaaaaanz viele sind so schon zu einem super Zweithund gekommen. Aber wie gesagt: gemach, gemach. Viele Hunde können da viel mehr ab als wir ihnen zutrauen. Hauptsache er hat DICH und ist nicht zu viel alleine, den Rest wird sie dir mitteilen.

Liebe Grüsse

Ella

Gefällt mir
8. September 2010 um 13:37

Hi Joy,
mit dem Zweithund würde ich auch auf jeden Fall warten, es könnte nämlich auch sein, dass Du Deinem Hund keinen Gefallen damit tust, indem Du ihr jetzt auch noch Konkurrenz vor die Nase setzt.
Eine unserer Hündinnen ist wahnsinnig einfersüchtig, sie würde durchdrehen, wenn man das mit ihr machen würde, ihr also einfach ein neues Rudelmitglied aufdiktieren würde.
Es könnte sein, dass Dein Hund gut damit zurecht kommt, alleine zu sein, denn Du lastest sie ja richtig aus mit Eurer Rettungsarbeit. Wenn Du sie langsam ans Alleinesein gewöhnst, sollte das kein Problem geben. Und wenn doch, kannst Du immer noch über geeignete Abhilfe-Maßnahmen nachdenken.
Liebe Grüße
Katrin

Gefällt mir