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Traumatisierter Hund aus dem Tierheim

5. März 2013 um 9:13 Letzte Antwort: 27. März 2013 um 1:37

Hallo zusammen,
bekommen in drei Wochen einen kleinen Hund, der aus Rumänien kommt und völlig traumatisiert ist.Im Moment besuchen wir den kleinen Kerl alle zwei Tage im Tierheim (sitzen dann auf dem Boden und versuchen ihm Leckerlies zu geben). Habe schon ein wenig Bammel, sobald er bei mir zuhause ist. Möchte ja alles richtig machen und dem Hund zeigen, das er in seinem neuen Heim willkommen ist und geliebt wird.
Wie gehe ich mit ihm um? Wann sollten wir mit der Hundeschule anfangen? Im Tierheim sagte man mir, das wir gleichgültig ihm gegenüber sein sollen (damit er die Gelegenheit hat, auf uns zu zugehen), ihm nicht in die Augen schauen und sich auf dem Boden setzen und mit ihm sprechen. Hilft das wirklich? Was kann ich noch machen?
Bin über jeden Tip dankbar.
Liebe Grüße
yamahaluder

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5. März 2013 um 15:50

Vorab...
... muss geklärt werden;
ist der Hund wirklich traumatisiert (wenn ja welches Verhalten, Auslöser, Reizschwellen,usw.)
Meiner Erfahrung nach wird das Wort "traumatisiert" oft überbeansprucht. Oft ist der Hund einfach nur scheu, bedingt durch fehlende menschliche Sozialisierung.
Ein wirklich traumatisierter Hund MUSS in sehr erfahrene Hände eines S E H R guten Hundetrainers.

Ist der Hund einfach nur ängstlich, kannst du den Hund nur aufbauen, in dem du ihm Grenzen aufzeigst und eine Führungsposition einnimmst. Innerhalb dieser Grenzen darf er sich bewegen und darf dir folgen. Versuche nicht den Hund zu bestechen! Du kannst die Seele eines Hundes nicht mit materiellen Dingen (wie Futter) kaufen und du kannst einen ängstlichen Hund nicht die Angst abnehmen. Du kannst ihm nur die Möglichkeiten aufzeigen, diese Ängste zu bewältigen.
Habe kein Mitleid mit dem Hund. Sei aber ruhig.
Hunde leben im Jetzt und Hier. Das Gestern interessiert einen Hund nicht! Du hast also jeden Tag, jede Minute die Chance, die Situation zu verändern.

Hunde bearbeiten den erlebten Stress durch Bewegung. Dh. bewege den Hund viel. Lange, ruhige Spaziergänge bringen mehr als kurze schnelle Fahrradtouren. Zeige dabei dem Hund was erwünscht und was unerwünscht ist. Gebe ihm Möglichkeiten zu lernen.
Bevor du in eine Hundeschule gehts, solltest du dir Gedanken machen was DU SELBER willst. Dinge wie SITZ, PLATZ, APPORT usw. sind in der ersten Phase nicht von belang. Erst kommt der Aufbau der Mensch-Hund-Beziehung. Denn: Keine Erziehung ohne Beziehung. LOgisch was!?!
Hundetrainer die dies nicht begriffen haben, schieb mal gleich zur Seite!

Praktische Helfer:
Daheim: führe feste Rituale ein
gebe dem Hund einen eigenen Ruheplatz, doch er darf sich nicht verstecken können!!!!!!!!!!!!!!!!!!
unumstössliche Regeln helfen dem Hund sich zu orientieren
Keine Spiele im Haus!
Unterwegs: viel Bewegung, viel Ruhe und DU FÛHRST DEN HUND. Wenn er nicht will, setze deinen Willen bestimmt aber ruhig durch. Konfrontiere ihn mit alltäglichen Situationen.
bestätige den Hund mit ruhigen Streicheleinheiten ;
Streichel den Hund unterm Fang bis über die Brust und streiche dabei immer aus. Hebe seinen Kopf leicht hoch. Dies wirkt bestärkend auf den Hund.
Richtig: kein direkter Augenkontakt (schau ihm auf die Brust oder Vorderpfoten. Aber babbel ihn nicht voll. Du bist doch die Führungsperson. Und; babbelt dein Chef immer "einfühlsam" mit dir? Gehe nicht direkt auf ihn zu sondern im Bogen, ca. 45 Grad von vorn oder hinten. Dies wirkt bindend und positiv. Will er fliehn, blockierst du ihn mit deiner Körpersprache. Wehrt er sich gegen die Leihne, darfst du nicht nachgeben. Halt einfach still. Nicht gegenzerren, nur halten bis er aufgibt und sich einordnet. Achte dabei auf deine eigene Energie und Ausstrahlung, das du nicht emotional wirst.

Ein sehr guter Helfer um einen angespannten Hund zu "bearbeiten" ist Tellington Touch. LESEN und Nachmachen! Es lohnt sich!

Zum Abschluss noch ein guter Rat an dich:
Wenn du mit dem Hund zusammen bist, denke an dich selber! Nur wenn du dich wohlfühlst, kannst du positive Energie schaffen. Es hat keinen Sinn sich für den Hund aufzuopfern. Ein Hund wird dies immer als Schwäche auslegen und dir entwerder nicht folgen oder sein Meideverhalten in eine Angriffspolitik ändern. Ein Hund darf ein Teil deiner Welt sein - nicht umgekehrt!

Viel Spass
REIVO

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6. März 2013 um 6:59
In Antwort auf miina_12893107

Vorab...
... muss geklärt werden;
ist der Hund wirklich traumatisiert (wenn ja welches Verhalten, Auslöser, Reizschwellen,usw.)
Meiner Erfahrung nach wird das Wort "traumatisiert" oft überbeansprucht. Oft ist der Hund einfach nur scheu, bedingt durch fehlende menschliche Sozialisierung.
Ein wirklich traumatisierter Hund MUSS in sehr erfahrene Hände eines S E H R guten Hundetrainers.

Ist der Hund einfach nur ängstlich, kannst du den Hund nur aufbauen, in dem du ihm Grenzen aufzeigst und eine Führungsposition einnimmst. Innerhalb dieser Grenzen darf er sich bewegen und darf dir folgen. Versuche nicht den Hund zu bestechen! Du kannst die Seele eines Hundes nicht mit materiellen Dingen (wie Futter) kaufen und du kannst einen ängstlichen Hund nicht die Angst abnehmen. Du kannst ihm nur die Möglichkeiten aufzeigen, diese Ängste zu bewältigen.
Habe kein Mitleid mit dem Hund. Sei aber ruhig.
Hunde leben im Jetzt und Hier. Das Gestern interessiert einen Hund nicht! Du hast also jeden Tag, jede Minute die Chance, die Situation zu verändern.

Hunde bearbeiten den erlebten Stress durch Bewegung. Dh. bewege den Hund viel. Lange, ruhige Spaziergänge bringen mehr als kurze schnelle Fahrradtouren. Zeige dabei dem Hund was erwünscht und was unerwünscht ist. Gebe ihm Möglichkeiten zu lernen.
Bevor du in eine Hundeschule gehts, solltest du dir Gedanken machen was DU SELBER willst. Dinge wie SITZ, PLATZ, APPORT usw. sind in der ersten Phase nicht von belang. Erst kommt der Aufbau der Mensch-Hund-Beziehung. Denn: Keine Erziehung ohne Beziehung. LOgisch was!?!
Hundetrainer die dies nicht begriffen haben, schieb mal gleich zur Seite!

Praktische Helfer:
Daheim: führe feste Rituale ein
gebe dem Hund einen eigenen Ruheplatz, doch er darf sich nicht verstecken können!!!!!!!!!!!!!!!!!!
unumstössliche Regeln helfen dem Hund sich zu orientieren
Keine Spiele im Haus!
Unterwegs: viel Bewegung, viel Ruhe und DU FÛHRST DEN HUND. Wenn er nicht will, setze deinen Willen bestimmt aber ruhig durch. Konfrontiere ihn mit alltäglichen Situationen.
bestätige den Hund mit ruhigen Streicheleinheiten ;
Streichel den Hund unterm Fang bis über die Brust und streiche dabei immer aus. Hebe seinen Kopf leicht hoch. Dies wirkt bestärkend auf den Hund.
Richtig: kein direkter Augenkontakt (schau ihm auf die Brust oder Vorderpfoten. Aber babbel ihn nicht voll. Du bist doch die Führungsperson. Und; babbelt dein Chef immer "einfühlsam" mit dir? Gehe nicht direkt auf ihn zu sondern im Bogen, ca. 45 Grad von vorn oder hinten. Dies wirkt bindend und positiv. Will er fliehn, blockierst du ihn mit deiner Körpersprache. Wehrt er sich gegen die Leihne, darfst du nicht nachgeben. Halt einfach still. Nicht gegenzerren, nur halten bis er aufgibt und sich einordnet. Achte dabei auf deine eigene Energie und Ausstrahlung, das du nicht emotional wirst.

Ein sehr guter Helfer um einen angespannten Hund zu "bearbeiten" ist Tellington Touch. LESEN und Nachmachen! Es lohnt sich!

Zum Abschluss noch ein guter Rat an dich:
Wenn du mit dem Hund zusammen bist, denke an dich selber! Nur wenn du dich wohlfühlst, kannst du positive Energie schaffen. Es hat keinen Sinn sich für den Hund aufzuopfern. Ein Hund wird dies immer als Schwäche auslegen und dir entwerder nicht folgen oder sein Meideverhalten in eine Angriffspolitik ändern. Ein Hund darf ein Teil deiner Welt sein - nicht umgekehrt!

Viel Spass
REIVO

Traumatisierter Hund aus dem Tierheim
Wow, danke für die vielen Ratschläge. Hören sich gut an und ich werde versuchen, diese auch zu befolgen.
Eine Frage habe ich noch. Ich habe jetzt unterschiedliche Meinungen gehört, wann man mit der Hundeschule anfangen soll. Was ist deiner Meinung nach am gescheitesten? Ich bin da völlig verunsichert. Erst eingewöhnen und dann Schule? Oder direkt zur Hundeschule? Wäre lieb wenn du mir diese Frage noch beantworten könntest.
Liebe Grüße
yamahaluder

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6. März 2013 um 6:59
In Antwort auf miina_12893107

Vorab...
... muss geklärt werden;
ist der Hund wirklich traumatisiert (wenn ja welches Verhalten, Auslöser, Reizschwellen,usw.)
Meiner Erfahrung nach wird das Wort "traumatisiert" oft überbeansprucht. Oft ist der Hund einfach nur scheu, bedingt durch fehlende menschliche Sozialisierung.
Ein wirklich traumatisierter Hund MUSS in sehr erfahrene Hände eines S E H R guten Hundetrainers.

Ist der Hund einfach nur ängstlich, kannst du den Hund nur aufbauen, in dem du ihm Grenzen aufzeigst und eine Führungsposition einnimmst. Innerhalb dieser Grenzen darf er sich bewegen und darf dir folgen. Versuche nicht den Hund zu bestechen! Du kannst die Seele eines Hundes nicht mit materiellen Dingen (wie Futter) kaufen und du kannst einen ängstlichen Hund nicht die Angst abnehmen. Du kannst ihm nur die Möglichkeiten aufzeigen, diese Ängste zu bewältigen.
Habe kein Mitleid mit dem Hund. Sei aber ruhig.
Hunde leben im Jetzt und Hier. Das Gestern interessiert einen Hund nicht! Du hast also jeden Tag, jede Minute die Chance, die Situation zu verändern.

Hunde bearbeiten den erlebten Stress durch Bewegung. Dh. bewege den Hund viel. Lange, ruhige Spaziergänge bringen mehr als kurze schnelle Fahrradtouren. Zeige dabei dem Hund was erwünscht und was unerwünscht ist. Gebe ihm Möglichkeiten zu lernen.
Bevor du in eine Hundeschule gehts, solltest du dir Gedanken machen was DU SELBER willst. Dinge wie SITZ, PLATZ, APPORT usw. sind in der ersten Phase nicht von belang. Erst kommt der Aufbau der Mensch-Hund-Beziehung. Denn: Keine Erziehung ohne Beziehung. LOgisch was!?!
Hundetrainer die dies nicht begriffen haben, schieb mal gleich zur Seite!

Praktische Helfer:
Daheim: führe feste Rituale ein
gebe dem Hund einen eigenen Ruheplatz, doch er darf sich nicht verstecken können!!!!!!!!!!!!!!!!!!
unumstössliche Regeln helfen dem Hund sich zu orientieren
Keine Spiele im Haus!
Unterwegs: viel Bewegung, viel Ruhe und DU FÛHRST DEN HUND. Wenn er nicht will, setze deinen Willen bestimmt aber ruhig durch. Konfrontiere ihn mit alltäglichen Situationen.
bestätige den Hund mit ruhigen Streicheleinheiten ;
Streichel den Hund unterm Fang bis über die Brust und streiche dabei immer aus. Hebe seinen Kopf leicht hoch. Dies wirkt bestärkend auf den Hund.
Richtig: kein direkter Augenkontakt (schau ihm auf die Brust oder Vorderpfoten. Aber babbel ihn nicht voll. Du bist doch die Führungsperson. Und; babbelt dein Chef immer "einfühlsam" mit dir? Gehe nicht direkt auf ihn zu sondern im Bogen, ca. 45 Grad von vorn oder hinten. Dies wirkt bindend und positiv. Will er fliehn, blockierst du ihn mit deiner Körpersprache. Wehrt er sich gegen die Leihne, darfst du nicht nachgeben. Halt einfach still. Nicht gegenzerren, nur halten bis er aufgibt und sich einordnet. Achte dabei auf deine eigene Energie und Ausstrahlung, das du nicht emotional wirst.

Ein sehr guter Helfer um einen angespannten Hund zu "bearbeiten" ist Tellington Touch. LESEN und Nachmachen! Es lohnt sich!

Zum Abschluss noch ein guter Rat an dich:
Wenn du mit dem Hund zusammen bist, denke an dich selber! Nur wenn du dich wohlfühlst, kannst du positive Energie schaffen. Es hat keinen Sinn sich für den Hund aufzuopfern. Ein Hund wird dies immer als Schwäche auslegen und dir entwerder nicht folgen oder sein Meideverhalten in eine Angriffspolitik ändern. Ein Hund darf ein Teil deiner Welt sein - nicht umgekehrt!

Viel Spass
REIVO

Traumatisierter Hund aus dem Tierheim
Wow, danke für die vielen Ratschläge. Hören sich gut an und ich werde versuchen, diese auch zu befolgen.
Eine Frage habe ich noch. Ich habe jetzt unterschiedliche Meinungen gehört, wann man mit der Hundeschule anfangen soll. Was ist deiner Meinung nach am gescheitesten? Ich bin da völlig verunsichert. Erst eingewöhnen und dann Schule? Oder direkt zur Hundeschule? Wäre lieb wenn du mir diese Frage noch beantworten könntest.
Liebe Grüße
yamahaluder

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6. März 2013 um 14:45
In Antwort auf an0N_1295902699z

Traumatisierter Hund aus dem Tierheim
Wow, danke für die vielen Ratschläge. Hören sich gut an und ich werde versuchen, diese auch zu befolgen.
Eine Frage habe ich noch. Ich habe jetzt unterschiedliche Meinungen gehört, wann man mit der Hundeschule anfangen soll. Was ist deiner Meinung nach am gescheitesten? Ich bin da völlig verunsichert. Erst eingewöhnen und dann Schule? Oder direkt zur Hundeschule? Wäre lieb wenn du mir diese Frage noch beantworten könntest.
Liebe Grüße
yamahaluder

Schau...
... eigentlich habe ich dies schon beantwortet. Aber nochmal, weil auch wichtig.
Als allererstes und ohne wenn und aber, muss zwischen Euch eine Beziehung geschaffen werden. Bei einer Beziehung bezieht sich der eine Part auf den Anderen. Dies geschieht durch 3 Dinge: Respekt - Vertrauen - Zuneigung. Wie bei uns Menschen auch. Dies kann nicht mit Futter aufgebaut werden! Mit Leckerlies schaffst du eine Bindung. Du bindest den Hund durch eine Resourse an dich. Wird der Futterreiz aber durch einen anderen Reiz (zB Katze) verdrängt ist aus die Maus. Darum wird das nie etwas mit solchen Versuchen. Eine Bindung ist immer einseitig und schafft eine Abhängigkeit. Der Hund wird dich Immer nur als Futterautomaten sehen, nie als Leader.

Im KLartext heisst das: Erst wenn eine Stabile Mensch-Hund-Beziehung da ist, lohnt sich ein Besuch in der Hundeschule. Sonst NICHT!
Ist Euer Verhältnis noch nicht gefestigt, kann es nicht durch Unterordnung belastet werden. "Baue kein Haus auf Sand!" Heisst es. Dies gilt auch bei der Hundearbeit. Erst wenn Euer Fundament fest und gut ist, kannst du darauf bauen.

Hilfreich für Euch könnte eine Hundeschule sein, die sich auch diesen Problemen verschrieben hat. Erkundige Dich bei deinen Hundeschulen. Wie arbeiten diese? Wenn man dich mit solch einem Geschwammel wie: "Nur positive Verstärkung", "Erziehung durch Klicker", "Du musst Hundesprache lernen" und soweiter zuquatschen will, vergiss es gleich. Lass dir ALLE Lernziele live und direkt vom Trainer und seinem eigenen Hund vorzeigen! Drehe dich sofort wieder um und geh wenns nicht möglich ist. Ein guter Trainer hat IMMER gute Hunde!

Für den Aufbau einer BEziehung rechne mal zwischen 3-6 Wochen ein. Bei einem Einsatz von ca. 1,5 std. täglich. Wie schon gesagt ist deine innere Einstellung ausschlaggebend. Erfolg kannst du nicht erzwingen; er resultiert aus deinem Handeln. Erfolg erfolgt! Ganz einfach!

Hoffe dir geholfen zu haben.
REIVO

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27. März 2013 um 1:37

Rumänen
Hallo Yamahaluder!

Tja, ein paar Informationen für dich finde ich nicht schlecht. Ich arbeite seit sieben Jahren mit rumänischen Angsthunden. Was man, wie ich finde, wissen sollte ist: ein Strassenhund dieser Gefilde hat evolutionsmässig völlig andere Eigenschaften ausgebildet als unsere hiesigen Hunde. Sprich: diese Übervorsicht vor allem und auch vor Menschen ist in denen tatsächlich genetisch verankert. Die meisten sind auch nicht traumatisiert, sondern lediglich nicht mit Menschen sozialisiert worden, d.h in der prägenden Welpenphase kamen keine Menschen vor und deshalb finden sie die ziemlich seltsam bis bedrohlich. Ich persönlich finde inzwischen, daß man diese Hunde nicht unbedingt hierher holen muß, nicht wenige Hunde sterben nach ein paar Jahren schlichtweg durch diesen Dauerstress.Aber anyway, ihr habt es euch zur Aufgabe gemacht, solch einem Hund ein zuhause zu bieten, das ist irgendwie auch sehr löblich und wenn ihr ein paar Sachen beachtet hat der Hund bestimmt ein lebenswertes Leben.

Die ganzen Tips von REIVO finde ich eigentlich ganz gut, führt nur in der Fülle meistens dazu daß man sich völlig unauthenthisch verhält. Wenn man sooo viele Verhaltensvorgaben einhalten muß, das wird schwierig. Und kann nach hinten losgehen. Ich hatte schon Klienten, die bewegten sich immer in Zeitlupe durchs Wohnzimmer, weil ihnen gesagt wurde, sie sollten sich dem Hund nicht hektisch nähern. Dadurch drehte der Hund dann so richtig durch, weil er dachte, wenn die sich so unnatürlich bewegen muß hier was nicht stimmen.

So, also ICH rate euch: seid einfach natürllich in dem was ihr tut, richtet eurem neuen Freund ein Lager ein welches zunächst ein wenig versteckt ist, von dem aus er euch beobachten kann. Quatscht ihn nicht an, laß ihn da einfach ein paar Tage "gewähren" Aber bewegt euch bitte völlig normal wie immer. Auch an ihm vorbei.
Ihr werdet sehen daß, er dann schon entspannter und neugieriger wird.
Und dann lasst euer Gefühl entscheiden: braucht er noch mehr Zeit? Ist der Kontakt mit euch Stress. Oder nicht? Beobachtet ihn und entscheidet.

Ganz wichtig: So ein Hund MUß garnichts. Gutgemeinte Ratschläge wie "da muß er durch" werfen den Hund eher zurück.

Nochmal so als Tip: ein ängstlicher Hund sollte immer nur so weit an ein Hindernis herangeführt werden bis er es gerade so aushält, nicht mehr!

Ich habe übrigens schon viele supergut geförderte Rumänen erleben dürfen, die hier ein ganz tolles Leben haben und auch einigermassen angstfrei leben.

Lg, Ella

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