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So plötzlich ist sie tot...und alles ist durcheinander...

23. Dezember 2017 um 0:26

Hallihallo...
Ich weiß nicht mehr, wie ich mir noch helfen soll. Wie ich klar kommen soll...deswegen schreibe ich nun hier. Zum einen sicherlich in der Hoffnung, dass mir jemand Rat geben kann, zum anderen einfach, um es mir von der Seele zu schreiben.

Ich lag am Dienstag auf dem Sofa und wollte ein kleines Nickerchen halten als ich aus dem Schlaf gerissen wurde mit den Worten, dass auf der Straße vor dem Haus eine Katze angefahren worden und es wohl meine sei. Das Herz sofort in Hals, Übelkeit aufsteigend, rannte ich nach draußen. Und da lag sie...mitten auf der Straße. Im ersten Moment sah es so aus als wäre sie schon tot, meine geliebte Ella...bis jemand zu mir sagte "Sie atmet noch." Ich denjenigen also nur eben abkommandiert dort zu bleiben, rein gehechtet und unter Angst und Tränen versucht die Nummer meines TAs zu finden. Meine Schwiegermutter hat mir die Nummer dann per Telefon durchgegeben. Die TA meinte, dass ich sie erstmal von der Straße holen und mich dann nochmal melden solle. Das tat ich. Was kostete es für eine Überwindung mein hilfloses Baby da aufzuheben...ich wusste ja nicht, was sie hat, was ihr weh tut, ich wollte ihr natürlich nicht noch mehr weh tun. Und dieser starre Blick. 😢
Ich ging also mit ihr in den Armen dann so schnell es eben ging in die Küche, wickelte sie gut in das Handtuch ein, legte sie auf den Boden, mich daneben, sprach ihr gut zu, streichelte sie, hielt sie davon ab wegzukriechen und rief noch einmal die TA an. Sie kommt in 15min. Bis zu dem Zeitpunkt hoffte ich noch...so sehr verletzt sah Ella eigentlich gar nicht aus. Die TA traf ein, fand uns als Häufchen Elend auf. Sie testet Reflexe und meinte dann, dass es schlecht aussähe. Dann sagte sie noch, dass die Wirbelsäule durch sei, es sei das Beste sie einzuschläfern. Ich widersprach nicht...ich wollte ja auch nicht, dass sie noch mehr leiden muss. Aber ich konnte es nicht dabei zu sein...
Eigentlich habe ich seit fast zwei Jahren immer schon mit diesem Tag gerechnet und rechnen müssen. Ella war eine kleine dreifarbige EHK-Katze, ist oder wäre diesen Monat drei Jahre geworden, lebte das erste Jahr bei meiner Mutter (eine zeitlang wohnte ich auch noch dort) und im Januar 2016 holte ich sie dann zu mir. Wir waren von Anfang an ein Herz und eine Seele. Die klebte förmlich an mir, war total fixiert und körperbezogen auf mich. Ich habe sie so unendlich geliebt. Aber die Straße...schon mehrfach war ich darauf angesprochen worden, ob meine Katze Todesgelüste habe, so langsam, wie sie über die Straße gehe und schon der eine oder andere Autofahrer hatte schon wegen ihr angehalten. Nur dieses Mal nicht...
Ich habe immer ein bisschen gehofft, dass sie mal von einem Auto gestreift wird ihnen große Konse, damit sie merkt, dass das da keine grüne Wiese ist, aber doch nicht gleich so. 😭 
Die Nacht für mich war natürlich dementsprechend. Im Kopf immer wieder die Bilder, wie ich sie da von der Straße holen musste und zudem noch der Vorwurf gegen mich selbst, dass ich sie zwei Stunden vorher noch kurz gesehen und überlegt hatte, sie herein zu lassen...es aber nicht getan habe. 😩
Nach den ersten Äußerungen darüber, dass ich nun nie wieder ein Tier wollte, fing ich am nächsten Tag, auch durch meinen Freund, der mir helfen wollte und den Link zu einer zu verschenkenden Katze schickte, an, nach Katzen im Internet zu schauen. Es war so unglaublich leer Zuhause, niemand, der wartete...Rituale, die überflüssig waren. Überall ihre Haare, alles erinnerte. 
Aber ich hatte ein sehr großes schlechtes Gewissen. Meine Ella war noch keine 24 Stunden tot und ich schaute nach einer Neuen. Verrat... 
Aber ich wollte die Leere füllen. Ich dachte, dass es mich trösten könnte. So fand ich auch eine Karte in der Nähe und beschloss mit meinem Freund am Donnerstag dort hin zu fahren. Gesagt, getan. Mit nahm ich nicht eine, sondern zwei Katzen. Im ersten Moment ging es mir gut  damit, wobei ich schon die ganze Zeit sagte, dass ich wenn dann wieder eine Dreifarbige haben wollen würde. Nähmen wir die Geschwister mit, dann ginge das nicht mehr, weil mir drei Katzen definitiv eine zu viel seien. Dennoch entschied ich mich so und wie gesagt...es war okay. Wir kamen nach Hause, auch ich freute mich irgendwie über die Katzen, damit war es dann aber nachts vorbei. Als sie im Bett lagen und ich das mitbekam, das war ja eigentlich das, was ich mir gewünscht hatte, Ella lag auch immer mit im Bett, traf mich nachts der Schlag und ich dachte nur "Nee, ich will das so nicht." Das schlechte Gewissen fraß mich auf, ich heulte wieder Rotz und Wasser und wollte die beiden, eigentlichen ja süßen Kätzchen,  nicht mehr in meiner Wohnung haben. Und so geht es mir auch jetzt noch, nachdem ich den Tag mit mehreren Heulattacken und Ausflüchten aus der Wohnung doch irgendwie geschafft habe. Ich vermisse Ella einfach so sehr. Ich hatte gehofft, dass schon alleine das Betrachten der Tiere beim Verkäufer mir schon ein Bauchfefühl geben könnte, ob Katze ja, nein oder vielleicht. Ich entschied mich für "Ja",  hatte sie hier und nicht mal innerhalb eines Tages wurde es zu einem "Nein". Die Erkenntnis etwas zu spät. Nun sitze ich hier, heule um meine verstorbene Katze und weiß nur, dass ich mir nicht vorstellen kann, die beiden hier zu behalten. Aber was tun?! Wieder zurück geben, selber nach einer neuen Unterkunft schauen oder erstmal sehen, wie es sich noch entwickelt. Bisher kann ich mit den beiden nicht viel anfangen und habe auch das Gefühl, dass sie mich nicht sonderlich mögen. Aber wenn ich sie weggebe, habe ich auch wiederum Angst, dass ich es danach auch bereue. Fände es aber auch nicht im Sinne der beiden jetzt ewig abzuwarten, sie gewöhnen sich voll an ihr Umfeld und San sage ich "Neee, wir geben sie jetzt ab."...versteht ihr, was ich meine?! Die beiden können ja nun eigentlich auch nichts dafür, dass ich so emotional und für mich selbst anscheinend falsch handele. Aber ich bin immer noch fest überzeugt davon, dass ich wenn dann eine Dreifarbige möchte...natürlich weiß ich, dass meine Ella niemand ersetzen kann und auch nicht sollte...sie war einmalig, aber ich wünsche mir so sehr eine, die ihr schon etwas ähnlich ist. So kuschelbedüftig, körperbezogen und sanftmütig. Der Grund, warum ich mir die beiden angeschaut habe, war halt eigentlich der, dass ich so im Vergleichsmodus bin/war und dachte dem ganzen entgehen zu können, wenn ich mir nur eine aussuche, die ihr bestenfalls eben gar nicht ähnlich sieht. 
Ich rechne damit, dass jetzt jeder sagen möchte "Aber du versuchst sie tatsächlich zu ersetzen." und vielleicht stimmt das auch...ich kann mir halt einfach nicht vorstellen ohne sie zu sein bzw. ohne eine Katze, die ein bisschen so ist, wie sie. 
Dennoch stehe ich nun vor dem Problem, wie ich mit meiner Trauer umgehen soll, während ich hier noch die beiden sitzen habe, mit denen ich nichts anzufangen weiß...ich möchte doch einfach nur ein bisschen Seelenfrieden nach diesem grauenhaften Ereignis. 😭
Ich kann nicht in Worte fassen, was für ein Loch ihr plötzlicher und für mich so dramatischer Tod in mein Herz gerissen hat. Ich habe Angst zu schlafen und will sie einfach nur zurück haben. Zeit haben, genießen...aber das geht alles nicht. 
Was soll ich bloß tun, was ist richtig?! ☹️
Danke für eventuelle Ratschläge im Voraus. 

Liebe Grüße 
L.

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