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Moritz - der Allerliebste...scheußlicher Todeskampf

13. Oktober 2009 um 21:59

In der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober mußte ich unseren Kater (ca. 12 Jahre alt) einschläfern lassen.

Die Entscheidung war nicht einfach. Ich zweifle nicht, dass der Zeitpunkt richtig war. Er war schon seit Jahren krank, bekam Medikamente, hatte Herzprobleme, Wasser in der Lunge, wurde immer dünner und schwächer, hustete schlimm, übergab sich immer wieder, obwohl er kaum noch fressen konnte. (Um Rückfragen vorzubeugen: ja, wir waren regelmäßig in tierärzlicher Behandlung.)
Ich frag mich halt einerseits, ob es ok ist, sowas zu "verfügen" und durchzuziehen - und andererseits ist es vielleicht auch gut, dass es für Tiere diese Möglichkeit gibt und sie sich nicht bis zum Allerletzten durchquälen müssen.
Die Mutter der Freundin meines Sohnes ist Tierärztin und ich dachte, es wäre eine gute Idee, ihn nicht zu unserem Tierarzt zu transportieren und in der Praxis töten zu lassen. Er hatte lebenslang solche Angst im Auto. Es kam anders.

Sie kam also zusammen mit meinem Sohn hier her. Abends um 22:30, nach ihrer Sprechstunde und noch Hausbesuchen.
Moritz hat mir immer blind vertraut, war ganz arglos und ich fühle mich, als hätte ich ihn verraten.
Sie hat ihn hier im Wohnzimmer auf dem Teppich erstmal in Narkose legen wollen aber kurze Zeit nach der Spritze (intermuskulär) - fuhr er plötzlich panisch wieder hoch, obwohl er vorher schon ganz dämmerig war, schoß - gegen das Sofa, ein Regal, Stühle, schwankend, fiel um, kam wieder hoch und brach schließlich 3 Meter von mir entfernt zusammen, noch im Liegen versuchend, mit den Krallen Halt zu finden. Es war entsetzlich. Er übergab sich nochmal, obwohl der Magen schon leer gewesen ist und fiel dann in Narkose.
Anschließend bekam er eine 2. Spritze, eine Überdosis in den Bauchraum.
Nach einer Zeit hörte er auf zu atmen und das Herz blieb stehen.

Ich wollte ihm die Angst ersparen, transportiert zu werden, in eine Praxis zu müssen.

Ich wollte, dass er ruhig hier in seinem vertrauten Zuhause müde wird und einschläft. Mit meinem Geruch, meiner Stimme, meiner Hand auf seinem Fell und allem, was er sein Leben lang gekannt hat.

Stattdessen hat er Panik gehabt, sich an den Möbeln geschlagen, mich verzweifelt entfernt schreien und weinen hören. Meine Angst und das Entsetzen sind ihm sicher nicht verborgen geblieben.
Wieso habe ich ihm das angetan?

Dazu kommt: Er war eine reine Wohnungskatze, also immer hier und bei allem dabei. Er fehlt so sehr, am 22. Novenber wäre er 10 Jahre bei uns gewesen.
Meine Sinne spielen mir Streiche. Ich sehe und höre ihn immer noch in der Wohnung...
Bin reichlich neben der Spur. Kaum Schlaf, viele Tränen, viele Fragen. Was ist da passiert? Wie kam es, dass er nochmal so in Panik geraten mußte? Die Tierärztin meinte, das passiert manchmal, aber ich verstehe nicht, warum.

HAT VON EUCH JEMAND ETWAS VERGLEICHBARES ERLEBT, ODER KENNT EINE ERKLÄRUNG?

Ich dachte, er bekam vielleicht durch das Wasser in der Lunge beim Wegdösen keine Luft mehr und dadurch Angst und einen Adrenalinstoß. Die Ärztin glaubt das nicht.
ICH WERDE DIESE BILDER IN MEINEM KOPF NICHT LOS.

Ich hatte viel Zeit, mich in Ruhe von ihm zu verabschieden. Die ganze Nacht. Ich habe mich immerwieder überzeugt, dass er wirklich tot ist. Erst am nächsten Nachmittag haben wir ihn im Garten begraben. Bis dahin lag er in seinem Körbchen hier bei uns zuhause. Es hat mir gut getan, insofern wenigstens das schrecklich Unfassbar begreifen zu können.

In meinen "Jahreszeiten"- Alben sind Fotos von unserem Möhrchen, falls Ihr mal schauen mögt...
Sehr bewölkte Grüße von der
Schnurgelschnecke



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14. Oktober 2009 um 23:39

...
Mein herzlichstes Beileid zu deinem schweren Verlust. Vielleicht sollte ich dir Eingengs mal etwas erklären: Auch mit Narkose schlafen die wenigsten einfach ein, wenn sie sich i eigenen Revier befinden. Mein Hund ist im März in meinen Armen eingeschlafen. Das hört sich so friedlich und schön an, aber das war es nicht. Auch er bekam zuvor Panik. Er brauchte drei Anläufe und schrie das Haus zusammen. Es hat lange gedauert, bis ich ihn beruhigen konnte und er friedlich einschlief. Sie wissen, dass es soweit ist, aber sie haben Angst, weil sie nicht wissen, was kommt. Diese Panik wird nicht mit der Krankheit zusammenhängen. Es ist psychisch. Sie wollen nicht los lassen und können es auch nicht. Deine Angst wird er gemerkt haben, da hast du Recht, aber er wird ebenfalls gemerkt haben, dass du ihn begleitest. Ich kann dir nur raten, schau dir Fotos von ihm an. Du wirst traurig sein und weinen, aber die Bilder in deinem Kopf werden sich ändern. Dein Weinen wird irgendwann in einem Lächeln enden. Ja, du siehst ihn, du hörst ihn und du fühlst ihn auch. Er wird dich noch ein Stück begleiten, bis du es ohne ihn schaffst!
Ich wünsch dir ganz viel Kraft!
VLG

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15. Oktober 2009 um 21:53
In Antwort auf luzie77

...
Mein herzlichstes Beileid zu deinem schweren Verlust. Vielleicht sollte ich dir Eingengs mal etwas erklären: Auch mit Narkose schlafen die wenigsten einfach ein, wenn sie sich i eigenen Revier befinden. Mein Hund ist im März in meinen Armen eingeschlafen. Das hört sich so friedlich und schön an, aber das war es nicht. Auch er bekam zuvor Panik. Er brauchte drei Anläufe und schrie das Haus zusammen. Es hat lange gedauert, bis ich ihn beruhigen konnte und er friedlich einschlief. Sie wissen, dass es soweit ist, aber sie haben Angst, weil sie nicht wissen, was kommt. Diese Panik wird nicht mit der Krankheit zusammenhängen. Es ist psychisch. Sie wollen nicht los lassen und können es auch nicht. Deine Angst wird er gemerkt haben, da hast du Recht, aber er wird ebenfalls gemerkt haben, dass du ihn begleitest. Ich kann dir nur raten, schau dir Fotos von ihm an. Du wirst traurig sein und weinen, aber die Bilder in deinem Kopf werden sich ändern. Dein Weinen wird irgendwann in einem Lächeln enden. Ja, du siehst ihn, du hörst ihn und du fühlst ihn auch. Er wird dich noch ein Stück begleiten, bis du es ohne ihn schaffst!
Ich wünsch dir ganz viel Kraft!
VLG

Danke...
Hallo Luzie,
vielen Dank für Deine Worte.
Es ist gut - wenn auch nicht schön, zu lesen, dass die Art, wie mein Kater gestorben ist, nicht sooo außergewöhnlich ist.

Die Traurigkeit ist weniger mein Problem.
Er war alt und krank, er ist tot. Das ist der logische Zusammenhang, der Lauf des Lebens. Ja, ich bin traurig, aber die Tatsache an sich ist auch ok.

Moritz war lebenslang ein Freund mit feinem Gespür für meine Befindlichkeiten. Und er hat mir voll vertraut.
Ich habe sein Vertrauen dahinein, dass ich ihm nichts Böses tue, im letzten entscheidenden Augenblick verraten. Meine Entscheidung hat ihn in Panik und Todesangst versetzt! Da gibt es nichts zu beschönigen.
Und jetzt ist er tot und ich kann es NIE MEHR wieder gutmachen. DAS ist der entscheidene Punkt.

Vielleicht war meine Entscheidung doch nicht richtig? Dürfen Menschen tatsächlich Gott spielen und über Leben und Tod bestimmen?
Er war schon so kraftlos und sein Herz schwach. Vielleicht wäre er in der Nacht von allein gestorben und dabei dann tatsächlich eingeschlafen, ohne diese Panik am Ende.
Viele Fragen.

Im Moment habe ich eine "Leihkatze". Meine Mutter ist verreist und ihre Mieze schnurrt noch bis morgen hier durch die Räume. Wenigstens sind zur Zeit die Geräusche und Schatten, die ich höre und sehe, real ))
Zeitnah durch ein neues Kätzchen ersetzen, will ich Moritz vorläufig nicht. Irgendwann wird vielleicht die Zeit kommen, oder ein kleiner Tiger vor meiner Tür Einlaß verlangen. Forcieren werde ich das nicht. Alles hat seine Zeit!
Liebe Schnurgelschneckengrüße

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15. Oktober 2009 um 23:44
In Antwort auf schnurgelschnecke

Danke...
Hallo Luzie,
vielen Dank für Deine Worte.
Es ist gut - wenn auch nicht schön, zu lesen, dass die Art, wie mein Kater gestorben ist, nicht sooo außergewöhnlich ist.

Die Traurigkeit ist weniger mein Problem.
Er war alt und krank, er ist tot. Das ist der logische Zusammenhang, der Lauf des Lebens. Ja, ich bin traurig, aber die Tatsache an sich ist auch ok.

Moritz war lebenslang ein Freund mit feinem Gespür für meine Befindlichkeiten. Und er hat mir voll vertraut.
Ich habe sein Vertrauen dahinein, dass ich ihm nichts Böses tue, im letzten entscheidenden Augenblick verraten. Meine Entscheidung hat ihn in Panik und Todesangst versetzt! Da gibt es nichts zu beschönigen.
Und jetzt ist er tot und ich kann es NIE MEHR wieder gutmachen. DAS ist der entscheidene Punkt.

Vielleicht war meine Entscheidung doch nicht richtig? Dürfen Menschen tatsächlich Gott spielen und über Leben und Tod bestimmen?
Er war schon so kraftlos und sein Herz schwach. Vielleicht wäre er in der Nacht von allein gestorben und dabei dann tatsächlich eingeschlafen, ohne diese Panik am Ende.
Viele Fragen.

Im Moment habe ich eine "Leihkatze". Meine Mutter ist verreist und ihre Mieze schnurrt noch bis morgen hier durch die Räume. Wenigstens sind zur Zeit die Geräusche und Schatten, die ich höre und sehe, real ))
Zeitnah durch ein neues Kätzchen ersetzen, will ich Moritz vorläufig nicht. Irgendwann wird vielleicht die Zeit kommen, oder ein kleiner Tiger vor meiner Tür Einlaß verlangen. Forcieren werde ich das nicht. Alles hat seine Zeit!
Liebe Schnurgelschneckengrüße

...
Nicht deine Entscheidung hat ihn in Panik versetzt, sondern die Angst vor dem Ungewissen. Ich bin fest davon überzeugt, dass er so oder so Panik bekommen hätte. Nur das mulitiple Organversagen hast du ihm erspart. Wer weiss, wie lange es gedauert hätte? Du hast wirklich richtig entschieden. Du bist verantwortungsbewusst mit seinem Vertrauen umgegangen und jetzt weiss er das auch. Bitte mach dir nicht so viele Vorwürfe. Jede andere Entscheidung wäre eine Qual für ihn gewesen.
GLG

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17. August 2010 um 3:52

Schuldgefühle
Hallo!

Ich habe keine Ahnung, ob das jetzt noch jemand liest nach so langer Zeit. Aber vielleicht tut es mir gut, mir mal was von der Seele zu schreiben.
Ich habe auch immense Schuldgefühle. Ich hatte bis letztes Jahr November einen Kater. Einen wirklichen "Herzenskater", wie man so sagt. Ich hatte ihn vor acht Jahren von einer Tierschützerin übernommen, da war er noch ganz klein. Von Anfang an hatten wir ein sehr inniges Verhältnis, er hatte noch eine Kumpanin, die vier Monate vor ihm auch ganz tragisch durch eine Wurmkur (ja, gibt es auch ganz selten) ums Leben kam. Für mich auch ganz schlimm. Aber das ist eine andere Geschichte.
Also mein Herzenskater hat mir schon immer viel Kummer bereitet, weil er sich, trotz Kastration ständig mit anderen Katern gekloppt hat und nicht nur einmal genäht und/oder behandelt werden musste. Soweit so gut. Oft war er auch nicht so gut drauf oder einige Tage schlapp, was ich immer auf eine gewisse Frustration bei den Revierkämpfen zurückgeführt habe. Also wir waren jedenfalls oft genug beim Tierarzt.
So. Dann war er plötzlich einige Tage "nicht so gut drauf". Wie oft. Bisschen zurückgezogen und nicht so gut gefressen wie sonst. Daß man so denkt: "wenn das nicht besser wird geh ich mit ihm zum Tierarzt, kann ja auch mal was ernstes sein." Ich musste auch arbeiten die ganze Zeit, wollte das möglichst machen wenn ich frei habe. Dann ist er nach vier Tagen, nachdem ich ihn auf dem Arm hatte bei Absetzen mit den Pfötchen eingeknickt. Obwohl ich arbeiten musste, habe ich mich krankgemeldet (obwohl Samstag) und bin mit ihm zum Notdienst einer guten Tierklinik gefahren. Dort wusste man garnicht weiter. Sein Allgemeinzustand hatte sich in der kurzen Zeit extremst verschlechtert, er konnte nicht mehr auf allen Vieren stehen und es ging ihm sehr schlecht. Man hat dort dann verschiedene Untersuchungen gemacht, er hatte keine Erkrankung die man so ohne weiteres diagnostizieren konnte. Man hat ihn aber so proforma auf atypische Vergiftung behandelt. Ich habe ihn dann mit liegender Braunüle mit nach Hause genommen (Ich bin Intensivkrankenschwester und Tierrettungssanitäterin)), mit entsprechenden Anweisungen, Infusionen, Injektionen etc. Es ging ihm die Nacht über nur unerheblich besser, ich also am nächsten Tag wieder in die Tierklinik. Dort war man wieder sehr hilflos. Ich wurde wieder entlassen mit demselben Kram wie tags zuvor. Ich sollte aber auf die Körpertemperatur achten, die war viel zu niedrig. Also habe ich ihm eine Wärmflasche gemacht, ihm Infusionen und Injektionen wieder nach Plan gegeben, aber meinem Schatz ging es immer schlechter. Das ging nach zwei Stunden so weit, daß ich allen Kram eingestellt habe weil ich sah daß er stirbt. Und das ist mein eigentliches Problem: er bekam plötzlich keine Luft mehr, gab Geräusche von sich die ich bisher nur bei Menschen gehört habe, es war ein lautes "Stöhnen". Ganz laut. Dann hat er sich übergeben, ganz schlimm um Luft gerungen, gehechelt, das ging über Minuten. Zum Tierarzt zu fahren um ihn zu erlösen, dazu war es zu spät, einen kommen zu lassen auch. (es war außerdem Sonntag)
Ich schwöre euch, hätte ich irgendwas aus der Klinik hiergehabt, um das zu beenden, ich hätte es ihm gespritzt (er hatte ja eine liegende Braunüle) und DAS will was heissen. Ich wäre über mich selbst hinausgewachsen, soooooooooo furchtbar fand ich das.
Diese Bilder bekomme ich nicht mehr aus meinem Kopf. Das ist mit das schlimmste, was ich je erlebt habe. Meinem geliebten Kater beim Sterben zuschauen. Beim qualvollen Sterben. Und ich konnte nichts für ihn tun!!!!!

Da ich das nicht auf sich beruhen lassen konnte, was meinem Kater denn nach nur acht Jahren zugestossen ist, habe ich ihn obduzieren lassen. Sonst hätte ich mein Leben lang darüber nachgedacht, woran er denn aus völliger Gesundheit gestorben ist. Ich wollte auch wissen, ob meine Nachbarn vielleicht Katzen vergiften.
Nichts dergleichen. Mein Kater hatte eine wahrscheinlich angeborene Herzerkrankung, daß er überhaupt so lange so gut gelebt hat ist super. Aber wenn sowas dann dekompensiert, dann oft sehr schnell.

Das tröstet mich tatsächlich ein bisschen, weil da niemand was für konnte. ABER; mein Kater hatte schon längere Zeit die Kälte gesucht, das tut denen gut bei der Erkrankung, weil es den Stoffwechsel verlangsamt. Und meine Wärmflasche fand er auch ganz furchtbar, versuchte sich mit letzter Kraft aus diesem Wärmenest zu befreien. Damit habe ich ihn total gequält und ihm noch den Rest gegeben. Und er hat mir auch immer total vertraut und mich immer angeschaut und miaut.
Das weiß ich aber erst jetzt und das beelendet mich total, daß ich meinem geliebten, sterbenden Kater noch so eine Scheisse zugefügt habe und ihn damit richtig gequält habe. Hatte die Wärmflasche nochmal neu gemacht (noch wärmer!), weil ich sie noch nicht warm genug fand. In meiner Phantasie wird die jetzt zur superheissen, gar "Garköchel".Wärmflasche, die wahrscheinlich seinen Hitzetod verursacht hat.
Das ist vermutlich Quatsch, aber ich habe seitdem ganz schlimme Schuldgefühle. Ich kann kaum mehr selbst eine Wärmflasche ertragen, sobald die zu warm wird denke eine schlimme Gedankenabfolge.

Naja, mir hat es jedenfalls gutgetan, das alles mal loszuwerden, egal wer es liest.

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20. August 2010 um 23:58

Trauer verarbeiten
Liebe Susel99!
Vielen Dank für deine tröstenden Worte!
Das kann ich natürlich mehr als gut verstehen, wie weh dir der Verlust deiner Miez nahegeht! Das sind ja auch Familienmitglieder, die man sehr vermisst, wenn sie plötzlich fehlen. Da hilft einem letztendlich nur die Zeit drüber weg, man trauert einfach!
Nochmal zu mir: Ich bin ehrenamtlich im Tierheim tätig, und nur 10 Tage nach dem Tod meiner 1.Katze kam eine Katzenpflegerin auf mich zu und fragte mich, ob ich denn schon drüber nachdenken würde, mir eine neue Katze zu holen. Ich war entrüstet! Meine Katze war kaum unter der Erde und ich habe es immer so gehandhabt, daß ich erst ausgiebig getrauert habe, bis ich mir ein neues Tier angeschafft habe. Ich konnte auch nie die Leute verstehen, die sich sofort wieder auf ein neues Tier einlassen konnten, das schien mir wie ein "Verrat" an dem verstorbenen Tier. Naja, jedenfalls erzählte mir die Pflegerin eine traurige Geschichte von einem Siam-Mix-Mädel, die wieder zurückgekommen war und dringend wieder aus dem Tierheim wegmüsste, Tierheim war so garnix für sie. Ich sagte:" Naja, ich kann sie mir ja mal anschauen. ABER NUR ANSCHAUEN!!!!! Ich möchte jetzt keine neue Katze!!!!!!
Es blieb nicht beim Anschauen, trotz meiner Trauer habe ich mich sofort verliebt!!! Das hätte ich nie gedacht daß ich das kann. Habe sie nach etwas Bedenkzeit mitgenommen. Aber sowas hatte ich noch nie zuhause: total menschenbezogen, sie klebte an mir wie ein Magnet, "sprach" unentwegt mit mir und wollte immer bei mir sein. Schlafen wollte sie auch nur unter meiner Decke in meinem Arm, eng an mich gedrückt. Das fand ich anfangs etwas befremdlich, immer so ein "Äffchen" an mir hängen.
Inzwischen ist dieses Kätzchen mein Augenstern, sie hat mir sehr bei meiner Trauer, natürlich auch bei meinem Herzenskater, geholfen. Das hat auch garnichts damit zu tun, daß eine "neue" Katze die gestorbene(n) ersetzen kann. Natürlich nicht und das soll sie auch garnicht. Alle sind für sich einzigartig und KÖNNEN nicht einfach ersetzt werden.
Ich trauere immernoch um meine verlorenen Katzen, aber mein "Äffchen" hat mir tatsächlich geholfen. Und hilft mir immernoch. Schon daß da wieder ein Lebewesen ist, um das man sich kümmern muß und das auch Liebe und Zuwendung einfordert, hilft einem. Nach dem Motto: das Leben muß weitergehen. Hört sich banal an, aber ich kann das nach dieser Erfahrung nur jedem Trauernden empfehlen!
Inzwischen habe ich noch einen Kater aus dem Tierheim dazugeholt. Auch das habe ich nie bereut. Der ist auch ganz bezaubernd!

So, das wollte ich nochmal mitgeteilt haben!

Liebe Grüsse

Ella

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25. August 2010 um 14:55

Mein Gott
So anschaulich, wie du das beschrieben hast, kann ich alles absolut nachfühlen.
Absolut.
Ich habe und hatte immer Katzen. Das Schlimmste daran ist, dass das Tier ja nicht weiß, WARUM ihm das geschieht, und WAS passiert. Man fühlt sich wirklich, als hätte man das Tier verraten. Dieses Gefühl kann ich so gut nachvollziehen, dass ich sofort losheulen möchte.
Auch wenn es schon eine Weile her ist - mein ausgesprochenes Mitleid!

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31. Januar 2012 um 17:57
In Antwort auf ella226

Trauer verarbeiten
Liebe Susel99!
Vielen Dank für deine tröstenden Worte!
Das kann ich natürlich mehr als gut verstehen, wie weh dir der Verlust deiner Miez nahegeht! Das sind ja auch Familienmitglieder, die man sehr vermisst, wenn sie plötzlich fehlen. Da hilft einem letztendlich nur die Zeit drüber weg, man trauert einfach!
Nochmal zu mir: Ich bin ehrenamtlich im Tierheim tätig, und nur 10 Tage nach dem Tod meiner 1.Katze kam eine Katzenpflegerin auf mich zu und fragte mich, ob ich denn schon drüber nachdenken würde, mir eine neue Katze zu holen. Ich war entrüstet! Meine Katze war kaum unter der Erde und ich habe es immer so gehandhabt, daß ich erst ausgiebig getrauert habe, bis ich mir ein neues Tier angeschafft habe. Ich konnte auch nie die Leute verstehen, die sich sofort wieder auf ein neues Tier einlassen konnten, das schien mir wie ein "Verrat" an dem verstorbenen Tier. Naja, jedenfalls erzählte mir die Pflegerin eine traurige Geschichte von einem Siam-Mix-Mädel, die wieder zurückgekommen war und dringend wieder aus dem Tierheim wegmüsste, Tierheim war so garnix für sie. Ich sagte:" Naja, ich kann sie mir ja mal anschauen. ABER NUR ANSCHAUEN!!!!! Ich möchte jetzt keine neue Katze!!!!!!
Es blieb nicht beim Anschauen, trotz meiner Trauer habe ich mich sofort verliebt!!! Das hätte ich nie gedacht daß ich das kann. Habe sie nach etwas Bedenkzeit mitgenommen. Aber sowas hatte ich noch nie zuhause: total menschenbezogen, sie klebte an mir wie ein Magnet, "sprach" unentwegt mit mir und wollte immer bei mir sein. Schlafen wollte sie auch nur unter meiner Decke in meinem Arm, eng an mich gedrückt. Das fand ich anfangs etwas befremdlich, immer so ein "Äffchen" an mir hängen.
Inzwischen ist dieses Kätzchen mein Augenstern, sie hat mir sehr bei meiner Trauer, natürlich auch bei meinem Herzenskater, geholfen. Das hat auch garnichts damit zu tun, daß eine "neue" Katze die gestorbene(n) ersetzen kann. Natürlich nicht und das soll sie auch garnicht. Alle sind für sich einzigartig und KÖNNEN nicht einfach ersetzt werden.
Ich trauere immernoch um meine verlorenen Katzen, aber mein "Äffchen" hat mir tatsächlich geholfen. Und hilft mir immernoch. Schon daß da wieder ein Lebewesen ist, um das man sich kümmern muß und das auch Liebe und Zuwendung einfordert, hilft einem. Nach dem Motto: das Leben muß weitergehen. Hört sich banal an, aber ich kann das nach dieser Erfahrung nur jedem Trauernden empfehlen!
Inzwischen habe ich noch einen Kater aus dem Tierheim dazugeholt. Auch das habe ich nie bereut. Der ist auch ganz bezaubernd!

So, das wollte ich nochmal mitgeteilt haben!

Liebe Grüsse

Ella

Sprichst mir aus der Seele, Ella
Liebe Ella,
vielleicht bist Du hier im Forum ja gar nicht mehr registriert, aber ich wollte Dir schreiben daß Du mir absolut aus der Seele sprichst!!!
Ich kann Deine Gefühle sehr sehr gut nachvollziehen, zuerst dieser grausame Verlustschmerz der einen tagelang verzweifeln lässt, die Vorwürfe, Gedanken und diese herzzerreißende Leere.

Und dann hast Du dich wieder neu verliebt, mich würde interessieren wie es Euch mittlerweile geht?
Finde ganz toll daß Du zwei armen Würmern aus dem Tierheim ein neues Zuhause gegeben hast!

Liebe Grüße und streichel die (hoffentlich kerngesunden) beiden Glückspilze

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7. Januar 2017 um 15:30
In Antwort auf schnurgelschnecke

In der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober mußte ich unseren Kater (ca. 12 Jahre alt) einschläfern lassen.

Die Entscheidung war nicht einfach. Ich zweifle nicht, dass der Zeitpunkt richtig war. Er war schon seit Jahren krank, bekam Medikamente, hatte Herzprobleme, Wasser in der Lunge, wurde immer dünner und schwächer, hustete schlimm, übergab sich immer wieder, obwohl er kaum noch fressen konnte. (Um Rückfragen vorzubeugen: ja, wir waren regelmäßig in tierärzlicher Behandlung.)
Ich frag mich halt einerseits, ob es ok ist, sowas zu "verfügen" und durchzuziehen - und andererseits ist es vielleicht auch gut, dass es für Tiere diese Möglichkeit gibt und sie sich nicht bis zum Allerletzten durchquälen müssen.
Die Mutter der Freundin meines Sohnes ist Tierärztin und ich dachte, es wäre eine gute Idee, ihn nicht zu unserem Tierarzt zu transportieren und in der Praxis töten zu lassen. Er hatte lebenslang solche Angst im Auto. Es kam anders.

Sie kam also zusammen mit meinem Sohn hier her. Abends um 22:30, nach ihrer Sprechstunde und noch Hausbesuchen.
Moritz hat mir immer blind vertraut, war ganz arglos und ich fühle mich, als hätte ich ihn verraten.
Sie hat ihn hier im Wohnzimmer auf dem Teppich erstmal in Narkose legen wollen aber kurze Zeit nach der Spritze (intermuskulär) - fuhr er plötzlich panisch wieder hoch, obwohl er vorher schon ganz dämmerig war, schoß - gegen das Sofa, ein Regal, Stühle, schwankend, fiel um, kam wieder hoch und brach schließlich 3 Meter von mir entfernt zusammen, noch im Liegen versuchend, mit den Krallen Halt zu finden. Es war entsetzlich. Er übergab sich nochmal, obwohl der Magen schon leer gewesen ist und fiel dann in Narkose.
Anschließend bekam er eine 2. Spritze, eine Überdosis in den Bauchraum.
Nach einer Zeit hörte er auf zu atmen und das Herz blieb stehen.

Ich wollte ihm die Angst ersparen, transportiert zu werden, in eine Praxis zu müssen.

Ich wollte, dass er ruhig hier in seinem vertrauten Zuhause müde wird und einschläft. Mit meinem Geruch, meiner Stimme, meiner Hand auf seinem Fell und allem, was er sein Leben lang gekannt hat.

Stattdessen hat er Panik gehabt, sich an den Möbeln geschlagen, mich verzweifelt entfernt schreien und weinen hören. Meine Angst und das Entsetzen sind ihm sicher nicht verborgen geblieben.
Wieso habe ich ihm das angetan?

Dazu kommt: Er war eine reine Wohnungskatze, also immer hier und bei allem dabei. Er fehlt so sehr, am 22. Novenber wäre er 10 Jahre bei uns gewesen.
Meine Sinne spielen mir Streiche. Ich sehe und höre ihn immer noch in der Wohnung...
Bin reichlich neben der Spur. Kaum Schlaf, viele Tränen, viele Fragen. Was ist da passiert? Wie kam es, dass er nochmal so in Panik geraten mußte? Die Tierärztin meinte, das passiert manchmal, aber ich verstehe nicht, warum.

HAT VON EUCH JEMAND ETWAS VERGLEICHBARES ERLEBT, ODER KENNT EINE ERKLÄRUNG?

Ich dachte, er bekam vielleicht durch das Wasser in der Lunge beim Wegdösen keine Luft mehr und dadurch Angst und einen Adrenalinstoß. Die Ärztin glaubt das nicht.
ICH WERDE DIESE BILDER IN MEINEM KOPF NICHT LOS.

Ich hatte viel Zeit, mich in Ruhe von ihm zu verabschieden. Die ganze Nacht. Ich habe mich immerwieder überzeugt, dass er wirklich tot ist. Erst am nächsten Nachmittag haben wir ihn im Garten begraben. Bis dahin lag er in seinem Körbchen hier bei uns zuhause. Es hat mir gut getan, insofern wenigstens das schrecklich Unfassbar begreifen zu können.

In meinen "Jahreszeiten"- Alben sind Fotos von unserem Möhrchen, falls Ihr mal schauen mögt...
Sehr bewölkte Grüße von der
Schnurgelschnecke



Am 06.01.2017 ist meine über alles geliebte Katze mit 16 Jahren ganz furchtbar gestorben. Meine süße hatte einen Tumor unter der Haut der mit einer Sedierung und örtlicher Betäubung entfernt wurde. Sie war nach dem 20 minütigen Eingriff wieder hellwach und es schien alles ok zu sein. Sie hatte gesundheitlich mit dem Beginn einer Niereninfuffizienz und erhöhter Schilddrüsenfunktion zu tun was sie aber nicht sonderlich beeinträchtigt hat. Sie hat gut gefressen und war auch noch verspielt. Ich mache mir die größten Vorwürfe weil ich nicht gemerkt habe das ihr Blutdruck abfällt. Sonst habe ich immer meine Hand in das Transportkörbchen gestreckt und sie gestreichelt. Meine Maus hatte ja Angst unterwegs zu sein und hat dann immer gehechelt oder schneller geatmet. Sie hat unterwegs nach Hause miaut und gefaucht und ich dachte das liegt an dem Verband der um ihren Brustkorb war.  Zu Hause wollte sie nicht aus dem Korb ich hab sie dann herausgehoben und gemerkt das sie kühl ist und sie hat geschriehen wollte nicht aufstehen und hat wie verrückt gehechelt. Ich habe versucht sie zu berhuigen und zu wärmen aber sie hat sich aufgebäumt und hin und her gweorfen. Dann unkontrolliert gekotet. Ich hab ihren Kopf in meiner Hand gehalten und versucht ihren Kreislauf wieder in Gang zu bringen und gehorcht ob die Atmung und der Herzschlag sich normal anhören. Herzschlag war regelmäßig und Atemgeräusche konnte ich auch nicht ausmachen. Trotzdem wurde es immer schlimmer. Meine arme Maus hat mich mit ihren Augen verfolgt und die waren so voller Angst als würde sie mich um Hilfe anflehen. Dann hat sie aufeinmal Ruckartig geatmet sich noch 2 mal aufgebäumt und so etwas wie einen epileptischen Anfall bekommen es war so furchtbar zusehen zu müssen wie sie so verzweifelt versucht hat luft zu holen und nach einem 2 ten Krampf war es aus. Ich hab sie angeschriehen geschüttelt, Herzmassage und Beatmung versucht aber ich konnte nichts tun ausser zusehen zu müssen wie meine liebste und süßeste Freundin stirbt. Und alles nur wegen dieser Schei.... Sedierung. Ich fühle mich so schuldig, ich hätte doch was merken müssen ich hätte sie nicht direkt mitnehmen dürfen, sofort umkehren, dann hätte der Tierarzt bestimmt noch was machen können. Aber es schien ihr gut zu gehen und ich sollte halt kucken das ich sie warm halte. Selbst der Arzt war total überrascht und schockiert. Ich gaube sie hatte Bludruckabfall mit Schock. Meine Schnecke könnte noch leben wenn ich doch auch dieses mal nachgeschaut hätte. Nur einmal lässt mans und das kommt dabei raus. Ihr todeskampf hat grauenhafte 20 Minuten gedauert. Ich werde mir das nie verzeihen ich fühl mich wie ein Verräter sie hat mir vertraut. Ich liebe Katzen aber ich werde mir keine mehr holen ich würde sie doch nur mit meiner Schnecke vergleichen. Sie war etwas ganz besonderes für mich, mehr als die Katzen die ich davor schon hatte. Meine Beste Freundin und seit dem sie 6 Wochen alt war waren wir ein Herz und eine Seele.

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11. Januar 2017 um 11:28

bitte mach dir keine Vorwürfe. Du kannst nichts dafür. Die Sedierung war notwengig für die OP. Es hört sich für mich an, dass es auch keinen Untertschied gemacht hätte, wenn du zurückgefahren wärst. Dann wäre das beim Tierarzt passiert. Du kannst zur Beruhigung mit ihm sprechen.Versuche anders zu denken: denke daran,d ass sie ein schönes leben bei dir hatte. Und auch, wenn du erstmal keine Katze möchtest, schlage das nicht ganz aus dem Kopf. 2014 ist mein Kater plötzlich gestorben, allerdings friedlich, aber er  war nur 5 Jahre alt. Er lebte noch bei meinen Eltern. Danach haben mein mann und ich uns gleich anch einer Katze umgeschaut und 9 Monate später meine geliebte Katze gefunden. Du meinst nur, dass du sie vergleichst. ib anderen Miezen eine Chance. Überleg es dir nach einiger Zeit.

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20. November 2018 um 8:30

Ich hbe vergessen zu schreiben, dass T61 auch noch anderes enthält und dass die Narkose sofort schlagartig aufgehoben wird wenn T61 (Tanax, T-61 Euthanasia Solution) gespritzt wird. Man sieht es nicht, denn die Narkose geht übergangslos in die Lähumg über! www.qualvolle-einschlaeferung.de

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