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Kater mutiert zum "Macho"...

11. November 2009 um 11:15 Letzte Antwort: 11. November 2009 um 16:11

Hallo!
Ich habe meine beiden Stubentiger (Jack und Paula, Wurfgeschwister) jetzt seit fast zwei Jahren und habe sie im Alter von 8 Monaten kastrieren lassen. Anfangs hat sich am Charakter der beiden nichts geändert, aber mittlerweile habe ich das Gefühl, sie wurden ausgetauscht. Der ehemalige Schmusekater ist zur Killermaschine geworden, und die ehemalige Draufgängerin zur Langweilerin.
Mein Kater ist oft grundlos aggressiv, besonders abends bzw. nachts. Dann starrt er mich die ganze Zeit mit riesigen Pupillen an, peitscht wie verrückt mit dem Schwanz und er wartet eigentlich nur darauf, dass ich ihn anfasse, damit er zuhacken kann. Ich weiß nicht, ob er dann nur spielen will, denn er ist mittlerweile nicht gerade zimperlich, wenn es ums Kratzen und Beißen geht. Aber wenn wir zB schon im Bett liegen und er kuscheln kommt, oder auch tagsüber, ist er ganz normal!
Die andere Sache ist auch, dass meine Katze sich total von ihm unterbuttern lässt. Beim Fressen schlingt sie anfangs sehr, geht dann irgendwann weg und kommt wieder, wenn er schon satt ist, und schnappt sich die "Reste". Wenn sie auf dem Kissen liegt und er ankommt und sich dazulegt, geht sie weg. Wenn sie mit mir spielt und er ankommt, geht sie weg. Ich weiß nicht, ob das bei Geschwistern normal ist (wir hatten bei meiner Mutter nur ein "Liebespaar", die waren immer nett zueinander), oder ob mein Kater einfach einen Schaden hat. Oder die Katze.
Vielleicht reagiere ich auch über.
Aber ich ertappe mich in letzter Zeit immer öfter dabei, wie ich Paula bemitleide, weil Jack schon wieder den Macho raushängen lässt und sich mit ihr prügelt, bis sie anfängt zu schreien und zu fauchen.
Ist er vielleicht unterfordert oder gelangweilt?
Ich möchte die beiden nicht rauslassen, da ich direkt an einer stark befahrenen Straße lebe und mein Herz das nicht verkraften würde, wenn ich nicht wüsste, wo die beiden sind. Und mein Kater ist (zumindest mir gegenüber) ja nur abends so aggressiv.
Weiß hier vielleicht jemand, woran es liegen könnte? Ich hab nämlich Angst, dass es mit ihm immer schlimmer wird. Ich liebe die beiden von ganzem Herzen, sie sind wie meine Familie, und ich könnte es nicht ertragen, wenn ich ihn oder sie oder beide weggeben müsste...

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11. November 2009 um 11:39

Hallo,
also ich hoffe mal, dass ich dir ein wenig helfen kann. Deine Story kommt mir bekannt vor. Könnten nämlich meine beiden gewesen sein. Betonung auf "gewesen sein".

Meine beiden, Kater und Katze, Wurfgeschwister, kastriert, 7 Jahre alt, waren genauso.
Der Kater ist der dominante. Die Katze lässt sich unterbuttern. Das war anfangs auch so bei meinen beiden.
Eines schönen Tages, als ich auf Arbeit war, hatten die beiden sich wohl "geprügelt". Ergebnis war, dass sich die Katze gewehrt hat und ihm eine mit der Pfote verpasst hatte, so dass er eine dicke Wange hatte. Ich war beim Tierarzt. Ich dachte an eine Entzündung oder sonst etwas. Er belehrte mich eines besseren. (Ich hab mit dem Tierarzt noch diskutiert und gesagt, dass das nicht sein kann. Meine kleine Katze haut doch nicht zu, viel zu schüchtern!) Die Katze hat ihm wirklich eine übergebraten. Ihr hat es wohl gereicht.
Seitdem ist es Stück für Stück, Monat für Monat anders geworden. Das ist nun 4 oder 5 Jahre her.

Eifersüchtig ist der Kater auch. Wenn die Katze bei mir lag und ich mit ihr schmuste, kam er dazwischen. Das gleiche wie bei dir.

Stand heute (und ich muss dazu sagen, es hat sich über Jahre so entwickelt): Der Kater spielt immer noch den Dominanten. Mittlerweile setzt sich die Katze aber durch. Wenn er Stress macht, "grummelt" sie zurück. Sie ist selbstsicherer geworden. Und wahnsinnig clever! Sie ärgert ihn mittlerweile auch (so wie er sie früher) indem sie ihn erschreckt.
Die beiden lieben sich abgöttisch. Schmusen miteinander. Putzen sich gegenseitig. Teilen sich auch das Futter. Manchmal klaut der eine was vom anderen. Spielen wie verrückt zusammen. Und manchmal zicken sie sich an. Die Charaktere ändern sich auch mit der Zeit. Sie sind bisschen ruhiger.

Ich will dich mit meiner Erzählung eigentlich versuchen zu beruhigen. Es kann aber auch sein, dass da was anderes mit deinem Kater ist. Manche tippen auf eine Erkrankung. Manche meinen eine Veränderung der Wohnung, Lebensgewohnheiten könnte ein Grund sein. Vielleicht kann noch jemand anderes hier Tipps geben. (ich kann mich ja auch irren)

Mir fällt gerade noch ein, dass ich bei meiner Katze versucht habe, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Wenn sie was toll gemacht hat, hab ich sie viel gelobt. Vielleicht braucht das deine Katze auch.

Warum dein Kater aber abends so aggressiv ist? Ungewöhnlich. Hast du abends irgendwelche "Rituale", die ihm nicht in den Kram passen?

LG
cranberrylady

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11. November 2009 um 12:32
In Antwort auf anita_12738807

Hallo,
also ich hoffe mal, dass ich dir ein wenig helfen kann. Deine Story kommt mir bekannt vor. Könnten nämlich meine beiden gewesen sein. Betonung auf "gewesen sein".

Meine beiden, Kater und Katze, Wurfgeschwister, kastriert, 7 Jahre alt, waren genauso.
Der Kater ist der dominante. Die Katze lässt sich unterbuttern. Das war anfangs auch so bei meinen beiden.
Eines schönen Tages, als ich auf Arbeit war, hatten die beiden sich wohl "geprügelt". Ergebnis war, dass sich die Katze gewehrt hat und ihm eine mit der Pfote verpasst hatte, so dass er eine dicke Wange hatte. Ich war beim Tierarzt. Ich dachte an eine Entzündung oder sonst etwas. Er belehrte mich eines besseren. (Ich hab mit dem Tierarzt noch diskutiert und gesagt, dass das nicht sein kann. Meine kleine Katze haut doch nicht zu, viel zu schüchtern!) Die Katze hat ihm wirklich eine übergebraten. Ihr hat es wohl gereicht.
Seitdem ist es Stück für Stück, Monat für Monat anders geworden. Das ist nun 4 oder 5 Jahre her.

Eifersüchtig ist der Kater auch. Wenn die Katze bei mir lag und ich mit ihr schmuste, kam er dazwischen. Das gleiche wie bei dir.

Stand heute (und ich muss dazu sagen, es hat sich über Jahre so entwickelt): Der Kater spielt immer noch den Dominanten. Mittlerweile setzt sich die Katze aber durch. Wenn er Stress macht, "grummelt" sie zurück. Sie ist selbstsicherer geworden. Und wahnsinnig clever! Sie ärgert ihn mittlerweile auch (so wie er sie früher) indem sie ihn erschreckt.
Die beiden lieben sich abgöttisch. Schmusen miteinander. Putzen sich gegenseitig. Teilen sich auch das Futter. Manchmal klaut der eine was vom anderen. Spielen wie verrückt zusammen. Und manchmal zicken sie sich an. Die Charaktere ändern sich auch mit der Zeit. Sie sind bisschen ruhiger.

Ich will dich mit meiner Erzählung eigentlich versuchen zu beruhigen. Es kann aber auch sein, dass da was anderes mit deinem Kater ist. Manche tippen auf eine Erkrankung. Manche meinen eine Veränderung der Wohnung, Lebensgewohnheiten könnte ein Grund sein. Vielleicht kann noch jemand anderes hier Tipps geben. (ich kann mich ja auch irren)

Mir fällt gerade noch ein, dass ich bei meiner Katze versucht habe, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Wenn sie was toll gemacht hat, hab ich sie viel gelobt. Vielleicht braucht das deine Katze auch.

Warum dein Kater aber abends so aggressiv ist? Ungewöhnlich. Hast du abends irgendwelche "Rituale", die ihm nicht in den Kram passen?

LG
cranberrylady

Erstmal danke...
Bei uns gab es keine nennenswerte Veränderung. Ich bin, seit ich die beiden habe, nicht umgezogen. Mein Freund ist zu uns in die Wohnung gezogen, aber ich habe nicht festgestellt, dass die beiden sich an ihm stören. Außerdem ist das auch schon fast ein halbes Jahr her. Er gibt ihnen meist morgens das Futter, ich abends. Sie sind ihm gegenüber nicht feindselig, beziehen sich aber, wenn wir zusammen im Bett liegen, nur auf mich. Sie liegen nur bei mir, schmusen mit mir usw. Aber das finde ich nicht ungewöhnlich, immerhin war ich zuerst da und habe für die beiden auch Mama gespielt, weil die Besitzer der Mutter sie schon mit sechs Wochen loswerden wollten. Die beiden sind Besuchern und Fremden gegenüber sowieso sehr aufgeschlossen (auch ein Grund, warum ich nicht möchte, dass sie rausgehen). Sie lassen sich streicheln und sich lieb und nett, nur sobald es dunkel wird, schaltet bei meinem Kater glaube ich irgendetwas aus...

Ich versuche schon, meine Katze zu bestärken. Sie kommt eher selten zum Schmusen zu mir. Meist legt sie sich einfach neben mir, wenn ich lese und fängt an zu schnurren. Und wenn sie dann tatsächlich mal viel Aufmerksamkeit haben will, sprich kraulen und schmusen, dann bekommt sie die jedes Mal. Ich kann sie einfach nicht abweisen, weil ich mir denke, sie hat es mit ihrem Bruder schon schlimm genug...

Wegen den Abendritualen...
Abends ist es meist so, dass ich noch lese oder mich anderweitig selbst beschäftige. Jack legt sich dann zu meinen Füßen und beobachtet mich die ganze Zeit, und da ist er schon so aggressiv. Wenn ich ihn dann streicheln will, um ihn zu beruhigen, fängt er schon an zu "streiten", indem er meine Hand mit seinen Vorderpfoten festhält. Das macht er noch ohne Krallen, doch sobald ich versuche, meine Hand wegzuziehen, haut er seine Krallen rein.
Vielleicht möchte er abends mehr Aufmerksamkeit haben und ist sauer, wenn ich lieber lese als ihn zu streicheln? Aber wenn ich ihn sreicheln will, haut er ja zu bzw. benutzt meine Hand als Kratzbaum, da habe ich auch nicht unbedingt Lust drauf.
Es ist ja auch so - sobald das Licht ausgeht und wir dann tatsächlich schlafen wollen, kommt er an, schnurrt, macht seinen Milchtritt und legt sich immer so hin, dass wir Körperkontakt haben. Dann ist er friedlich. Wenn er auf dem Kopfkissen liegt und ich meine Hand auf seine Seite lege, dreht er sich so, dass er sich auf meine Hand legen kann und fängt an zu schnurren, auch wenn ich ihn nicht streichle.
Vielleicht ist er auch einfach ein bisschen komisch und es ist nichts ernstes. Ich kann ihn ja schlecht fragen, wo ihn denn der Floh zwickt - natürlich nur im übertragenen Sinne.

Aber ich bin schon mal froh, dass es auch andere Macho-Katzen gibt. Und vielleicht wird die Paula ja auch irgendwann mutig und gibt Jack Contra.

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11. November 2009 um 15:29
In Antwort auf alex_12080669

Erstmal danke...
Bei uns gab es keine nennenswerte Veränderung. Ich bin, seit ich die beiden habe, nicht umgezogen. Mein Freund ist zu uns in die Wohnung gezogen, aber ich habe nicht festgestellt, dass die beiden sich an ihm stören. Außerdem ist das auch schon fast ein halbes Jahr her. Er gibt ihnen meist morgens das Futter, ich abends. Sie sind ihm gegenüber nicht feindselig, beziehen sich aber, wenn wir zusammen im Bett liegen, nur auf mich. Sie liegen nur bei mir, schmusen mit mir usw. Aber das finde ich nicht ungewöhnlich, immerhin war ich zuerst da und habe für die beiden auch Mama gespielt, weil die Besitzer der Mutter sie schon mit sechs Wochen loswerden wollten. Die beiden sind Besuchern und Fremden gegenüber sowieso sehr aufgeschlossen (auch ein Grund, warum ich nicht möchte, dass sie rausgehen). Sie lassen sich streicheln und sich lieb und nett, nur sobald es dunkel wird, schaltet bei meinem Kater glaube ich irgendetwas aus...

Ich versuche schon, meine Katze zu bestärken. Sie kommt eher selten zum Schmusen zu mir. Meist legt sie sich einfach neben mir, wenn ich lese und fängt an zu schnurren. Und wenn sie dann tatsächlich mal viel Aufmerksamkeit haben will, sprich kraulen und schmusen, dann bekommt sie die jedes Mal. Ich kann sie einfach nicht abweisen, weil ich mir denke, sie hat es mit ihrem Bruder schon schlimm genug...

Wegen den Abendritualen...
Abends ist es meist so, dass ich noch lese oder mich anderweitig selbst beschäftige. Jack legt sich dann zu meinen Füßen und beobachtet mich die ganze Zeit, und da ist er schon so aggressiv. Wenn ich ihn dann streicheln will, um ihn zu beruhigen, fängt er schon an zu "streiten", indem er meine Hand mit seinen Vorderpfoten festhält. Das macht er noch ohne Krallen, doch sobald ich versuche, meine Hand wegzuziehen, haut er seine Krallen rein.
Vielleicht möchte er abends mehr Aufmerksamkeit haben und ist sauer, wenn ich lieber lese als ihn zu streicheln? Aber wenn ich ihn sreicheln will, haut er ja zu bzw. benutzt meine Hand als Kratzbaum, da habe ich auch nicht unbedingt Lust drauf.
Es ist ja auch so - sobald das Licht ausgeht und wir dann tatsächlich schlafen wollen, kommt er an, schnurrt, macht seinen Milchtritt und legt sich immer so hin, dass wir Körperkontakt haben. Dann ist er friedlich. Wenn er auf dem Kopfkissen liegt und ich meine Hand auf seine Seite lege, dreht er sich so, dass er sich auf meine Hand legen kann und fängt an zu schnurren, auch wenn ich ihn nicht streichle.
Vielleicht ist er auch einfach ein bisschen komisch und es ist nichts ernstes. Ich kann ihn ja schlecht fragen, wo ihn denn der Floh zwickt - natürlich nur im übertragenen Sinne.

Aber ich bin schon mal froh, dass es auch andere Macho-Katzen gibt. Und vielleicht wird die Paula ja auch irgendwann mutig und gibt Jack Contra.

Mama bleibt Mama...
Klar du bist die Hauptbezugsperson, daher kommen sie meistens zu dir schmusen.
Übrigens eine gute Idee mit dem Futter früh von deinem Freund und abends von dir.

All das was du wegen den Abendritualen geschrieben hast, hätte ich dir jetzt auch empfohlen. Aber scheinbar störts ihn wirklich, wenn du beschäftigt bist. Macht mein Kater auch. Der legt sich dann provokativ - aber sehr gereizt - über meinen Arm vors Buch. Er beruhigt sich dann aber wieder und ich "darf" manchmal weiterlesen.
Dein Kater aber beruhigt sich irgendwie nicht.

Jetzt bin ich mit meinem Latein am Ende...

Und wenn du mal probierst, ihn von deinen Füßen zu dir hoch zu locken, um ihn dann zu streicheln und gut zuzureden? Also Buch kurz weglegen?
Oder wenn er normal und ruhig da liegt, ihn dafür zu loben? Vielleicht ein Leckerlie geben.

Soviel zu Macho-Katern...

VG
cranberrylady

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11. November 2009 um 16:11
In Antwort auf anita_12738807

Mama bleibt Mama...
Klar du bist die Hauptbezugsperson, daher kommen sie meistens zu dir schmusen.
Übrigens eine gute Idee mit dem Futter früh von deinem Freund und abends von dir.

All das was du wegen den Abendritualen geschrieben hast, hätte ich dir jetzt auch empfohlen. Aber scheinbar störts ihn wirklich, wenn du beschäftigt bist. Macht mein Kater auch. Der legt sich dann provokativ - aber sehr gereizt - über meinen Arm vors Buch. Er beruhigt sich dann aber wieder und ich "darf" manchmal weiterlesen.
Dein Kater aber beruhigt sich irgendwie nicht.

Jetzt bin ich mit meinem Latein am Ende...

Und wenn du mal probierst, ihn von deinen Füßen zu dir hoch zu locken, um ihn dann zu streicheln und gut zuzureden? Also Buch kurz weglegen?
Oder wenn er normal und ruhig da liegt, ihn dafür zu loben? Vielleicht ein Leckerlie geben.

Soviel zu Macho-Katern...

VG
cranberrylady

Probieren geht über Studieren...
Also ich werde deine Idee mit dem Hochlocken auf jeden Fall ausprobieren, vielleicht ist er dann ja entspannter. Wenn er sieht, dass er trotzdem meine Nummer Eins ist, und nicht das Buch.
Meine Katze hat übrigens besondere Freude daran, anzukommen und mich zu "stören", weil sie schmusen will, wenn ich gerade lese. Sie setzt oder legt sich dann auf mein Buch (natürlich genau auf die Seite, auf der ich gerade lese) und reibt ihren Kopf an meinen Händen. Sehr süß, aber zeitweise auch sehr nervig. Besonders, wenn's gerade so spannend ist.

Ich hoffe, dass mein Kater irgendwann sein Temperament wieder in den Griff bekommt. Und selbst wenn nicht, ich lieb' ihn deswegen ja nicht weniger.
Ich danke dir sehr für deine lieben Antworten und für deine Tipps.

Liebste Grüße,
Nadi

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