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Ich mache mir so Vorwürfe ..........

12. September 2011 um 12:11 Letzte Antwort: 12. September 2011 um 17:31

Ich habe vor 2 Tagen meinen geliebten Hund verloren. Ich kann es immer noch nicht begreifen, - ich habe immer alles getan, was möglich war, um ihn zu beschützen, zu pflegen, etc. Wir waren am Abend vorher spazieren (er hat Gras gefressen, obwohl ich es ihm immer verboten habe...), er rannte dann noch voller Freude zwei Runden. 2-21/2 Stunden später erst hat er gegessen und dann sofort schlafen. Am nächsten Morgen, erbrechen, etwas ruhig. Ich dachte, es ist ihm nicht so wohl, er soll schlafen. Ich bin über Mittag nicht nachhause, ein sehr heisser Tag, da will er nicht gerne 'raus und wollte früh Feierabend machen.

Ich komme heim, Kegel auf dem Teppich, aber kein Durchfall. Ich war im Stress, - WIR (Hund u. ich) wurden erwartet, putzen, etc. Ich habe ihn wüst vom Bett gezerrt und angeschrien. Dann sah ich ihn im Bad, Kopf zur Seite, Zunge raus, atmet schwer u. schlecht. Sofort Tierarzt. Notoperation, Milzdrehung. Tierarzt sagte, es sähe eher positiv aus.

Am nächsten Tag, er hatte die Narkose überstanden, obwohl er einen Kreislaufschock hatte. Als ich ihn sah, war er noch halbwegs weg, kleiner Spaziergang, er will aber rein. Bauch noch aufgebläht, offensichtlich Schmerzen trotz Schmerzmittel. Wir haben ihn zur Nacht vorbereitet.

Er hat Bellen gehört, aber mir ins Gesicht geblickt und einmal Schwanzwedeln. Ich hoffe er hat mich erkannt.

Die Hunde sind nachts allein. Es ist die einzige gute Klinik in meiner Region, die nächstbeste ist 2 Std entfernt. Das wäre zu weit gewesen und meine Tierärzte haben einen guten Ruf ansonsten.

Kein Anruf am 2. Tag, - ich gehe hin und erwarte, dass es ihm schon etwas besser geht. Ich muss lange warten, dann kommt der Tierarzt. Ich frage wo er ist, - er ist tot, in der Nacht gestorben.

ICH MACHE MIR SO VORWÜRFE. Mein Hund, Mein Goldstück, mein Juwel. WAS HABE ICH FALSCH GEMACHT ?????????

Ich bin kein Hunde-Unkundiger, WARUM, WARUM, WARUM ????????

ES ZERREIST MIR DAS HERZ, - HAT MEIN SCHIMPFEN DAS AUSGELöST ??? HABE ICH MEINEN HUND GETÖTET ????

WARUM DURFTE ER NICHT ÄLTER WERDEN, es gab ja gute Prognosen (Gelenke, etc.).
WARUM ???? Der Schmerz ist so furchtbar, mein Herz ist eine einzige Wunde. Ich weiss, ich bin irgendwo Schuld.

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12. September 2011 um 13:57

...ein rausgerissenes Herz...
Danke Dir für Deine lieben Worte ! Ich habe ihn mit seinen Schmerzen vom Bett gezerrt und sehr angeschrien !!!

Es ist wie im Streit auseinandergehen.
Selbst wenn er mich noch erkannt am nächsten Tag, es ist wie wenn mein Herz herausgerissen worden wäre.
Ich hoffe, es weiss wieviel er mir bedeutet hat.

Ich glaube mein Freund (dem selber die Tränen gekommen sind) hat es richtig gesagt : er war dein Hund, dein Lebensgefährte, dein allerbester Freund, dein Kind, dein Alles.
Nicht einmal mein Freund hat mir soviel geben können.
Er hat mir immer wieder über schwere Momente hinweggeholfen und Blicke genügten, um uns zu verstehen.

Danke nochmals für Deine Worte, ich werde versuchen (auch wenn's nicht immer leicht sein wird) Selbstzweifel, Wut, und Schuldgefühle wegzublenden.

Mein Trost wird sein, dass ich ihn nicht habe einschläfern müssen und wir uns von ihm verabschiedet haben in aller Würde und Liebe.

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12. September 2011 um 14:48

Aufrichtigen Dank für Deine Worte
Du hast ja sicher recht !
Wahrscheinlich suche ich die Schuld bei mir, weil es so absurd, plötzlich, unerwartet, unverständlich ist. Ich habe ihn immer vor allem beschützen können oder etwas dafür tun können, um ihn vor Schlechtem zu bewahren, - hier nicht. Das tut weh. Einfach hinnehmen müssen.

Wenn Du das leider auch schon erlebt hast, weisst Du sicher wie es mir geht. ...ein Wesen, das zu allen Menschen und Tieren freundlich war.

Deine Worte helfen mir mehr, als Du Dir wahrscheinlich denkst. Aufrichtigen Dank, ich werde versuchen mich daran wieder aufzubauen. Mein "Schlingel" würde mich auch nicht traurig sehen wollen.... Und ja, - wer weiss, vielleicht gibt es ein Wiedersehen.....





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12. September 2011 um 15:29

.........wunderschön.......... .
Es geht mir auch so, kein Appetit, kein Schlaf, kein Durst.
Ich versuche einschlafen und mir dabei vorzustellen, ich halte seine Hinterpfote in der Hand, wie noch vor ein paar Tagen....

Dein Text ist eine wunderschöne Vorstellung......... Gerne will fest daran glauben, dass wir uns wiedersehen. Im Himmel und für immer. Kein Wesen, weder Hund, noch Mensch, war mir je lieber.

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12. September 2011 um 17:31

Jeder sagt mir ........
warte nicht zu lange ! Das letzte Mal habe ich 1 Monat gewartet und heute denke ich, es musste so sein.

Ich weiss, ich werde wieder einen Hund haben. Ich möchte ihn gern haben, diesen aber niemals vergessen. Jeder Hund hat seine eigene Persönlichkeit. Ich möchte aber auch nicht, dass der nächste einfach nur die "Pille zum Vergessen" ist.

Wenn ich wieder lachen und lieben kann, dann irgendwann ist die Zeit gekommen, wo mein Schlingel mir einen anderen Hund vorbeischickt, der mich brauchen wird.

Bis dahin, will ich an die Regenbogenbrücke denken und daran, dass wir uns wie von einem König verabschiedet haben. Die Veterinärhelferinnen haben ihm ein weisses Handtuch unter den Kopf gelegt und ein Handtuch über ihn, um die Operationsnarbe zu verbergen. Ich habe eine dunkelrote Baccara und mein Freund, eine orange-rote Rose darunter gelegt. Er strahlte Ruhe und Frieden aus. Vielleicht wird mir das helfen und der Gedanke an ein Wiedersehen.

"Sie sprechen unsere Sprache nicht, aber sie kennen uns, bevor wir sie kennen. Sie verstehen uns, bevor wir sie verstehen."

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