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Hund wurde eingeschläfert

3. April 2005 um 15:34 Letzte Antwort: 3. April 2005 um 22:27

Am Freitag haben wir unsere Hündin einschläfern lassen. Sie hatte seit 2,5 Jahren Diabetes und war seit ca. einem halben Jahr inkontinent. In dieser Zeit haben wir unseren ganzen Tagesrythmus auf den Hund eingestellt. Sie mußte spezielle Nahrung bekommen, 2 x täglich Insulin gespritzt, pünktlich ihr Futter verabreicht usw.. In den letzten Wochen baute sie rapide ab. Trotz erhöhter Insulindosis hatte sie ununterbrochen Durst; mußte dann natürlich auch ca. jede Stunde Gassi gehen. Sie für längere Zeit alleine zu lassen war unmöglich. Oft ging auch mal etwas daneben. Dann hatte sie mir in die Ecken gepischt. Wenn ich mit meinen Nerven gerade nicht so gut dabei war, war ich dann mitunter auch schon mal sauer und habe mit ihr geschimpft, obwohl ich genau wußte, dass sie nichts dafür kann. Man ist eben auch nur Mensch.

Seit 1 1/2 Wochen hat sie dann nicht mehr gefressen. Nur noch Leckerchen. Und diese dann seit Dienstag auch nicht mehr. Obwohl sie nichts mehr fraß, mußte sie aber immer wieder brechen. Nur Galle. Sie hat rapide abgenommen, war ziemlich schwach und torkelte herum. Ihre blinden Augen sahen ziemlich traurig aus.

Am Freitag haben wir dann beschlossen, sie einschläfern zu lassen, um ihr ein langes Quälen zu ersparen. Der TA meinte, dass man zwar versuchen könnte, sie wieder aufzupäppeln, wie lange (wenn es überhaupt gelingen würde) sie sich dann aber wohl fühlt, wäre nur eine Frage der Zeit. Außerdem würde alles darauf hindeuten, dass Organe schon stark beschädigt wären. Von diversen Knubbeln und Beulen ganz abgesehen. Seiner Meinung nach wäre es der ríchtige Zeitpunkt. Nun denn; sie wurde dann eingeschläfert. Wer das schon einmal erlebt hat weiß, wovon ich spreche. Erst wurde sie betäubt und dann "erlöst". In dem Moment, als die alles entscheidende Spritze gesetzt wurde, hätte ich am liebsten laut "NEIN" geschrieen. Aber dann war es auch dafür zu spät. Sie ist friedlich eingeschlafen.

Wir haben sie mit nach Hause genommen und im Garten beerdigt. Dort werde ich ein schönes Blumenbeet anlegen.

War unsere Entscheidung richtig? Hätte ich mir mehr Mühe geben müssen? Hätte ich noch mehr auf sie eingehen müssen? Hätte sie dann noch einige Zeit leben können? Habe ich ihr etwas angetan, was sie gar nicht wollte?

Letzte Nacht habe ich von ihr geträumt. Sie war jung und quietschfidel und spielte mit dem toten Hund meiner Schwester.

Gruß
mag884

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3. April 2005 um 22:27

Kenne das!
Wir haben vor drei Jahren unsere Goldenretriver Hündin einschläfern lassen müssen. Sie war sehr alt und konnte kaum noch Treppen steigen. Sie war zum Schluss dauernd beim Arzt und meine Mutter musste sie einmal sogar beim spazieren gehen zurück tragen, weil sie zusammen gebrochen ist.
Wír haben uns dann auch dafür entschieden sie zu "erlösen".
Ich denke du hast das Richtige getan.
Der Arzt hat es dir bestätigt und du hast ja selber gesehen wie schlecht es ihr ging.

Sie war lange Jahre ein Teil von eurer Familie, aber sie war eben krank. Das hätte sie doch nur noch mehr gequält wenn ihr sie wieder versucht hättet aufzupeppeln. Klar hätte sie dann noch etwas länger gelebt, aber es fragt sich nur wie.

Versetz dich in ihre Lage. Was würdest du wollen, wenn es dir so schlecht geht? Würdest du wollen das du im Krankenhaus an tausend schläuchen liegst und überhaupt nichts mehr richtig mitbekommst? Würdest du schmerzen ertragen wollen?
Ich denke das will niemand.

Du hast das richtige getan und sie wird immer in deinem Herzen bleiben.

Stell dir einfach vor, das Ihre Seele jetzt irgendwo im Himmel über saftige grüne Wiesen springt und beestimmt an das denkt, was du für sie getan hast.

Sie wird sich an dich als einen Menschen erinnern der immer gut zu ihr war und ihr endlich die Qualen genommen hat.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.
Lucy

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