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Hund wird an der Leine zum Dämon.. Nerven liegen blank

Letzte Nachricht: 21. Juli um 15:56
A
aufderwolke
20.05.21 um 15:56

Hallo Community,

wir haben einen ca. 1 Jahre alten Jack Russel / Fox Terrier - Mix aus dem Tierschutz. Ja, mittlerweile haben wir auch realisiert, dass wir uns da vielleicht als Anfänger zu viel zugetraut haben. Man merkt dass er sein Päckchen mitgebracht hat, er ist nicht der Einfachste, hat oft Schwierigkeiten "runter zu kommen". Aber am allerschlimmsten ist es wirklich bei Hundebegegnungen auf den Spaziergängen an der Leine. Wir wohnen (leider) in ner reich besiedelten Hunde-Gegend und ich bin mittlerweile nervlich oft am Ende. Ich habe ihn durch Homeoffice die meiste Zeit des Tages und bin wirklich sehr bemüht, die Spaziergänge immer spannend zu gestalten, ihn zu beschäftigen und zu trainieren. Aber wenn wir einem (meist unbekannten) Hund entgegen kommen, ist es aus. Da ist er nicht mehr ansprechbar, rastet komplett aus an der Leine (im Freilauf ist er übrigens überwiegend gut mit anderen Hunden und bellt sie nicht an) und kriegt sich gar nicht mehr ein!! Wir haben schon alles mögliche versucht.. ein (unangenehmes) Geräusch einbauen, juckt ihn nicht... das beste Leckerli auf der Welt für ihn (Salami) unter die Nase halten und versuchen um zu fokussieren.. juckt ihn nicht. Tennisball auf den er sonst so steht .. juckt ihn nicht. Social Walking, sprich mit nem anderen Hund auch an der Leine nebeneinander spazieren.. bei dem Hund ok, sobald es wieder n Unbekannter ist, ist es vergessen. Die Hundetrainerin hat uns empfohlen ihn zurück zu ziehen in unsere Richtung, also quasi umzudrehen und man selber läuft rückwärts, aber er dreht sich immer wieder um und bellt weiter, bis wir vielleicht bald 200 Meter rückwärts gelaufen sind. Ihn enger an die Seite nehmen und "zwischen" Hund und ihm laufen, lässt ihn auch austicken, nur halt dann direkt neben unseren Beinen. Es ist sogar manchmal so, dass WENN er dann mal schnüffeln darf, er erst zufrieden ist, dann gehen die aber natürlich weiter an der Leine, dann grummelt und bellt er ihnen wieder so hinterher. Überall wo er nicht hin kann/darf, fängt er an rum zu moppern. Auch manchmal bei Menschen. Fußgänger wecken auch noch oft sein Interesse und wenn er nicht hindarf um die Lage zu checken ist halt Angriff die beste Verteidigung. (Sprich rum moppern an der Leine) Ich weiß dass ich auch öfter Mitschuld trage, weil ich natürlich ne gewisse "Angst" vor den unangenehmen Situation entwickelt habe. Aber ich glaube mir könntest du vorher 5 Joints gegeben haben, er würd so abgehen. 

Ich hab langsam absolut keine Ahnung mehr, was wir noch machen können. Hoffe auf Tipps von euch, wenn vielleicht schon mal jemand so nen Leinendämon besänftigt bekommen hat.. Und wenns nur n bisschen ist. Jeder Schritt in Richtung Deeskalation würde meinem Nervenfell gut tun. 

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S
sanjay_23348972
03.06.21 um 17:30

Es gab beim WDR die Sendung "Hunde verstehen!" mit Andreas Ohligschläger. Kannst ja googeln oder ARD Mediathek, der konnte ganz gut mit solchen Hunden. Vielleicht hilft das weiter. 

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Ziska89
Ziska89
29.06.21 um 10:27
In Antwort auf aufderwolke

Hallo Community,

wir haben einen ca. 1 Jahre alten Jack Russel / Fox Terrier - Mix aus dem Tierschutz. Ja, mittlerweile haben wir auch realisiert, dass wir uns da vielleicht als Anfänger zu viel zugetraut haben. Man merkt dass er sein Päckchen mitgebracht hat, er ist nicht der Einfachste, hat oft Schwierigkeiten "runter zu kommen". Aber am allerschlimmsten ist es wirklich bei Hundebegegnungen auf den Spaziergängen an der Leine. Wir wohnen (leider) in ner reich besiedelten Hunde-Gegend und ich bin mittlerweile nervlich oft am Ende. Ich habe ihn durch Homeoffice die meiste Zeit des Tages und bin wirklich sehr bemüht, die Spaziergänge immer spannend zu gestalten, ihn zu beschäftigen und zu trainieren. Aber wenn wir einem (meist unbekannten) Hund entgegen kommen, ist es aus. Da ist er nicht mehr ansprechbar, rastet komplett aus an der Leine (im Freilauf ist er übrigens überwiegend gut mit anderen Hunden und bellt sie nicht an) und kriegt sich gar nicht mehr ein!! Wir haben schon alles mögliche versucht.. ein (unangenehmes) Geräusch einbauen, juckt ihn nicht... das beste Leckerli auf der Welt für ihn (Salami) unter die Nase halten und versuchen um zu fokussieren.. juckt ihn nicht. Tennisball auf den er sonst so steht .. juckt ihn nicht. Social Walking, sprich mit nem anderen Hund auch an der Leine nebeneinander spazieren.. bei dem Hund ok, sobald es wieder n Unbekannter ist, ist es vergessen. Die Hundetrainerin hat uns empfohlen ihn zurück zu ziehen in unsere Richtung, also quasi umzudrehen und man selber läuft rückwärts, aber er dreht sich immer wieder um und bellt weiter, bis wir vielleicht bald 200 Meter rückwärts gelaufen sind. Ihn enger an die Seite nehmen und "zwischen" Hund und ihm laufen, lässt ihn auch austicken, nur halt dann direkt neben unseren Beinen. Es ist sogar manchmal so, dass WENN er dann mal schnüffeln darf, er erst zufrieden ist, dann gehen die aber natürlich weiter an der Leine, dann grummelt und bellt er ihnen wieder so hinterher. Überall wo er nicht hin kann/darf, fängt er an rum zu moppern. Auch manchmal bei Menschen. Fußgänger wecken auch noch oft sein Interesse und wenn er nicht hindarf um die Lage zu checken ist halt Angriff die beste Verteidigung. (Sprich rum moppern an der Leine) Ich weiß dass ich auch öfter Mitschuld trage, weil ich natürlich ne gewisse "Angst" vor den unangenehmen Situation entwickelt habe. Aber ich glaube mir könntest du vorher 5 Joints gegeben haben, er würd so abgehen. 

Ich hab langsam absolut keine Ahnung mehr, was wir noch machen können. Hoffe auf Tipps von euch, wenn vielleicht schon mal jemand so nen Leinendämon besänftigt bekommen hat.. Und wenns nur n bisschen ist. Jeder Schritt in Richtung Deeskalation würde meinem Nervenfell gut tun. 

Hallo wo wohnst du denn? Ich würde nochmal nach einem profi für Hundebegegnungen schauen. Einfach nur Richtung wechseln bringt nicht wirklich was. Du könntest Click für Blick probieren und ggf. eine Wasserflasche nehmen wenn er anfängt zu bellen und ihn im hinteren Teil bespritzen. Davor nein sagen. Wenn er zu dir kommt belohnen. Hat bei uns schon erfolge gebracht. Ich denke er braucht auch Ruhe draußen. Zu viel Spielen heizt ihn noch mehr an. Ich kann natürlich nur von meiner Erfahrung aus gehen. Und es kommt auch auf den Hund drauf an. Viel Erfolg! 

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R
rajona
10.07.21 um 23:10

Klingt für mich nach null Frustrationstoleranz. Das hat dann nicht direkt was mit der Leine zu tun , sondern damit dass er nie gelernt hat es aus zu halten, wenn er nicht sofort bekommt was er will. Da würde ich dann auch anders ansetzen. Z.b. ein Leckerchen in die Hand nehmen so dass er es sieht und ein Tabusignal geben . z.B "nein" . Sobald er ran will geht die Hand zu und du sagst wieder das Tabusignal. Nicht grob oder ungeduldig werden. Du musst gelassen bleiben. Er wird anfangs immer wieder versuchen ran zu kommen sobald die Hand auf ist, oder auch versuchen die geschlossene Hand zu öffnen. Aber irgendwann wird der Moment kommen wo er wartet. Und genau dann sagst du " Nimms dir" o.ä. und lässt ihn fressen. Wichtig ist dass du wirklich ruhig bleibst und mehr Geduld hast als er. Das Spielchen kannst du immer wieder üben und wenn er es gut gecheckt hat was du willst, die Zeit ab dem wo er wartet, bis zum Signal dass er fressen darf ganz langsam verlängern. 

Ein anderes Geduldsspiel wäre z.B ihm auf den Futterbeutel zu konditionieren. Dafür machst du eine Schleppleine am Geschirr fest und packst Trockenfutter und paar Leckerchen in den Beutel . Du zeigst ihm den Inhalt und gibst ihm einen Keks, dann machst du zu und wirfst den Beutel. Wenn der Hund den Beutel in die Schnautze nimmt lockst du ihn zu dir und hilfst ggf mit der Schleppleine nach . Wenn er bei dir ist wartest du bis er den Beutel her gibt, wenn er Futteraggresdiv ist bisschen vorsichtig sein und ggf gegen ein Futterstück tauschen. Wenn du den Beutel hast, lobst du und lässt ihn kurz daraus fressen. Dann wirfst du wieder usw. 
Zwischendurch übst du Sitz und bleib. Dafür hast du ihn auch an der Schleppleine, lässt ihm sitz machen, sagst dann bleib und zeigst die hand wie ein Stopschild. Dann gehst du ein schritt zurück und gleich wieder auf ihn zu. Wenn er sitzen geblieben ist bekommt er ein keks. Wenn nicht schickst du ihn ins sitz, gibst signal bleib und probierst es so lange bis er es schafft sitzen zu bleiben. Auch das kannst du nach und nach ausweiten, so dass er immer wieder bisschen langer bleiben muss, bevor du zurück kommst und belohnst. 

Wenn sowohl das Beutel bringen, als auvh " bleib" gut funktioniert, kannst du es kombinieren. Der Hund macht sitz und bleib, du stellst dich auf die Leine und wirfst den Beutel. Bleibt er sitzen, gibst du das signal " hols" und lässt ihn rennen. Sobald er den Beutel bringt, wird er belohnt. 

Wenn du das schaffst, dass er richtig geil auf den Beutel ist, es aber schafft bleib aus zu führen, dann kannst du anfangen an Hunden oder Menschen zu trainieren. Dafür nimmst du den Beutel beim Gassi mit und lässt ihn an der Schleppleine. Wenn du einen Hund siehst, holst du den Futterbeutel, gehst etwas aus dem Weg und wirfst deinem Hund den Beutel. Wichtig ist dass du frühzeitig reagierst, nicht erst wenn er ausrastet. Nach und nach wird er es immer dichter tolerieren können. 

Das ist aber nicht in 4 Wochen erledigt. Da musst du wirklich geduldig dran arbeiten. Und wenn du die Möglichkeit hast, geh solange du die Vorarbeit machst, irgendwo , wo wenig los ist. 

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M
moisha82
21.07.21 um 15:56

ganz wichtig für dich: lerne in der Situation ruhig zu bleiben. Dein Hund merkt, dass du angespannt bist, meint, da kommt was gefährliches und übernimmt quasi den Schutz des Rudels.

Bei Hundebegegnungen probier mal folgendes: er geht in die Leine - ein lautes "NEIN" und zieh ihn ruhig aber konsequenz zu dir. Setzt ihn hinter dir (auf der Hundeabgewandten Seite) ab. Belohne ihn, wenn er ruhig bleibt. 

Geht er wieder in die Leine -  wiederholen.

Positive Belohnung: Leckerli, "Babystimmen" - dieses quitschige, Streicheln.

Es braucht viel Geduld und starke Nerven.

Zur Sicherheit für deinen und andere Hunde und auch für dich: nutze am Anfang einen passenden Maulkorb (ein Tennisball sollte noch ims Maul passen).

Leckerlis passen bei richtigem Sitz oben durch den Mauli.

Somit hast du die Sicherheit, dass dein Hund niemandem schaden kann.

Wir hatten dies Problem mit unserem TS-Boxer, der 5 Jahre für Hundekämpfe in Spanien missbraucht wurde. Jedoch so extrem, dass er alles angehen wollte, was nicht bei 3 auf den Bäumen war.

1 1/2 Jahre hat es uns Geduld, Kraft und Nerven gekostet. Und auch wir haben mit Maulkorb trainiert.

Mittlerweile ist er der entspannteste Hund, den ich je gehabt habe. 

Kopf hoch, Geduld und Vertrauen in dich selbst haben.

Du schaffst das.

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