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Fremdel-Phase beim Junghund?

10. Juli 2009 um 0:13 Letzte Antwort: 19. Juli 2009 um 22:28

Guten Abend zusammen,

um es gleich auf den Punkt zu bringen: ich habe schon bei einigen meiner Hunde zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat eine "Fremdel-Phase" wie bei Menschenbabys feststellen können...bei meiner jetzigen Hündin ist es allerdings so, dass diese Phase schon seit fast 3 Monaten mal mehr mal weniger anhält und sich ihr ängstliches Verhalten Menschen gegenüber nicht legt.

Sie war von Anfang an sehr aufgeschlossen, aber auch zurückhaltend. Sie wurde nie geschlagen oder angeschrien (was auch nie nötig war) und hat auch meines Wissens nach sonst keine schlechten Erfahrungen gemacht, die sie in so ein Verhaltrnsmuster hätten drängen können.

Ich habe sie von Anfang an viel mit in die Stadt und an belebtere Orte mitgenommen und zu gesehen, dass sie möglichst viele Dinge kennen lernt, doch seit einiger Zeit hat sie panische Angst vor fremden Menschen. In der Stadt ist sie so angespannt, dass sie an der Leine zieht als müsse sie dem Teufel entkommen.
Wenn ich mich mit ihr irgendwo hinsetze -sei es mitten in der Stadt- ist das gar kein Problem...dann legt sie sich hin und beobachtet das Treiben.

Bei Kinder ist es besonder schlimm. Wenn Selbige meine Hündin streicheln wollen oder sie auf dem Bürgersteig an Kindern vorbei gehen soll, macht sie einen RIESIGEN Bogen und zuckt zusammen, sobald sich das Kind bewegt.

Ich gehe mittlerweile mit ihr alle 2 bis 5 Tage in die Stadt...aber ihr ängstliches Verhalten hat sich bisher kein bisschen verbessert.

Hat jemand mit so einem Verhalten Erfahrungen gesammelt und kann mir evtl. Tipps geben?

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10. Juli 2009 um 0:33

...
Zunächst einmal schätze ich, da muss was vorgefallen sein! Muss ja nur eine Kleinigkeit gewesen sein, aber dieses panische Verhalten ist nicht mehr mit Fremdeln vereinbar.
Wie reagierst du auf ihr ängstliches Verhalten? Hat es sich stetig verschlimmert oder ist es eher gleichbleibend?

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10. Juli 2009 um 7:21
In Antwort auf mairmn_628278

...
Zunächst einmal schätze ich, da muss was vorgefallen sein! Muss ja nur eine Kleinigkeit gewesen sein, aber dieses panische Verhalten ist nicht mehr mit Fremdeln vereinbar.
Wie reagierst du auf ihr ängstliches Verhalten? Hat es sich stetig verschlimmert oder ist es eher gleichbleibend?


irgendwas ist vorgefallen...
etwas was du nicht bemerkt hast, jedoch beim hund hängen geblieben ist.
eine laute autotüre (neben dem hund)..es könnten tausend sachen sein.
setz den hund nicht ständig "stress" aus und gehe mal in eine weniger belebte zone in der stadt. du musst das ganz langsam wieder aufbauen. mit wesentlich weniger umweltreizen. diese kannst du, wenn du merkst es "normalisiert" sich wieder langsam steigern..
aber den hund einfach dem trubel weiterhin so aussetzen.. wird sich die lage so nicht verbessern..
eher verfestigen. also einen gang runter schalten.
lg
andrea

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10. Juli 2009 um 21:50

Also
Naja, asonsten ist sie eher ruppig (im Spiel mit anderen Hunden oder ihr bekannten Menschen...), so wie bei deinem ist es also nicht ganz, nova...

Naja das ist hier eher eine Kleinstadt....ich nehme sie öfter mit in Cafés, zum Eis essen, etc. Das ist auch gar kein Problem. Meistens guckt sie dann ein bisschen, was so um sie rum passiert, legt sich dann ab und schläft.

Schlimmer geworden ist es nicht, eher gleich bleibend. Ich habe auch versucht, mit einer Freundin und ihrem Hund durch die Stadt zu gehen, damit der ihr ein bisschen Sicherheit gibt, was sehr gut funktioniert hat...

Bei Besuch ist sie auch ectrem zurückhaltend, verzieht sich manchmal sogar in ein anderes Zimmer. Ich habe den Besuch angewiesen, meine kleine einfach zu ignorieren und höchstens mal im vorbei Gehen ein Leckerlie bei ihr fallen zu lassen.
Das hat ihr geholfen, sich zu beruhigen (sie hat sich irgendwann auf ihre Decke zu und gelegt), aber ihre Angst nimmt das nicht...

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10. Juli 2009 um 22:28

Achso
das habe ich vergessen: wenn eine Situation bevor steht, die vermutlich Angst bei ihr auslöst, versuche ich sie mit Leckerlies abzulenken. Meistens klappt das aber nicht so gut.

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12. Juli 2009 um 23:59

Vielen Dank,
Tierfreund für die ausführliche Antwort.
Ich werde es mit den genannten Vorschlägen auf jeden Fall probieren und auch gleich noch den anderen Beitrag durchlesen.

Naja sie verhält sich nicht bei allen Menschen so. Es ist glatt als ob sie Sympathien und Antisympathien hätte. So erduldet sie den Besuch meines besten Freundes zum Beispiel sogar indem sie sich direkt neben ihn auf's Sofa legt und sich streicheln lässt.
Bei anderen Besuchern, die sie aber auch häufiger sieht. braucht sie jedes Mal erst wieder eine Zeit der Eingewöhnung ehe sie ihn akzeptieren kann...
Sie legt sich dann zuerst in ein anderes Zimmer, kommt aber später auch ins WOhnzimmer und legt sich auf ihre Decke. Dabei hat sie den Besuch stets im Blick und schrekct auf sobald der Besuch sich bewegt oder irgendein Geräusch /zum Beispiel räuspern) macht.
In der Stadt zieht sie an der Leine grundsätzlich. Beim Spazierengehen ist dem nicht so. Selbst wenn uns (erwachsene!) Menschen entgegen kommen.
Wenn sie ohne Leine an solchen Menschen vorbei gehen soll, hat sie damit auch kein Problem und macht manchmal sogar einige Schritte auf die Spaziergänger zu. Wenn diese sich dann dem Hund widmen (sie ansprechen, sich bücken und die Hand ausstrecken, etc.) scheut sie zurück und läuft schnell weg.
Vor Autos, Rädern, Joggern, etc. hat sie gar keine Angst. Anfangs wollte sie da sogar immer hihnterherwetzen, jedoch kann ich sie davon mittlerweile IMMER mit einem nein und einer folgenden Belohnung abbringen.
Am schlimmsten ist die Angst wie gesagt bei Kindern. Wenn diese zu Besuch kommen verzieht sie sich in die kleinste Ecke die sie finden kann und kommt nicht heraus, bis der Besuch weg ist.
Wenn wir jedoch spazieren gehen und Kinder dabei sind, ist das völlig ok...

Ansonsten hat sie noch Angst vor lauten, knallenden Geräuschen...aber daran arbeiten wir erfolgreich im Gegensatz zu ihrer Menschenangst.
Gewitter macht ihr beispielsweise gar nichts mehr aus, nachdem ich erst immer das Fenster öffnete, wenn es donnerte, mich anschlie0ßend mit ihr raus wagte, wenn das Gewitter noch entfernt war und Stück für Stück mit ihr geübt habe.

Achja: sie ist jetzt 6,5 Monate alt.



Wie alt ist deine Hündin jetzt? Hat sie sonst noch vor etwas Angst, das vielleicht nicht unmittelbar mit Menschen zusammenhängt? Autos, Busse, geschlossene Räume? Etwas anderes vielleicht? Wie verhält sie sich denn bei fremden Menschen im Park, oder irgendwo im Wald? Jogger, Radfahrer? Wie verhälst du dich denn, wenn sie derart ängstlich auf andere Menschen, Kinder etc. reagiert?

"ich habe schon bei einigen meiner Hunde zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat eine "Fremdel-Phase" wie bei Menschenbabys feststellen können.."
Fachleute sind sich darüber noch nicht einig, ob es diese Angstphasen tatsächlich gibt. Ich habe aber bis jetzt, gleiche Beobachtung gemacht wie Du: Es gibt diese "Angstphasen" auch beim Hund. Einig darüber, wann genau diese stattfinden ist man sich meines Wissens aber auch nicht. So gibt es Fachleute, die meinen die erste Angstphase durchliefe der Hund im Alter von 8-10 Wochen und im Alter von 17-21 Wochen, einige meinen ab der 12- 21 Woche, andere meinen nur während der Sozialisierungsphase, andere meinen, es käme noch eine dritte und vierte Angstphase hinzu.

"bei meiner jetzigen Hündin ist es allerdings so, dass diese Phase schon seit fast 3 Monaten mal mehr mal weniger anhält und sich ihr ängstliches Verhalten Menschen gegenüber nicht legt."
Du weißt ja nicht, ob es sich tatsächlich um die Angstphase handelt, oder ob das schon ein mehr oder weniger endgültiges Charakteristikum ist. Ich halte es, insbesondere angesichts der Tatsache, dass sie offenbar von dir entsprechend auf Menschen, Stadttrubel, Kinder usw. sozialisiert und geprägt wurde, für wahrscheinlich, dass sie tatsächlich negative Erfahrungen mit Kindern und anderen Menschen gemacht hat. Evtl. nicht in deinem Beisein, vielleicht am Gartenzaun oder beim Spaziergang, als du nicht hinschautest, wenns da die Möglichkeit gäbe. Evtl. reichen da schon kleine Sachen aus, wie eine Vorrednerin schrieb, laut knallende Autotür, starker Verkehr, laute Menschen, schreiende Kinder, vielleicht empfindet sie das allgemein als unangenehm. Deshalb ist es auch so wichtig, alles möglichst positiv zu verknüpfen, Leckerchen, Spiel, Streicheln, Lobende Worte usw.
Nichts desto Trotz musst du dem natürlich entgegensteuern, keine Frage.

Sie scheint wirklich Angst zu haben. Besonders was du im Hinblick auf Kinder und Stadt beschreibst,... Sie will da einfach nur weg.
Ich würde ganz von vorn anfangen. In winzig kleinen Intervallen. Erst in der Nähe der Stadt mit reizarmer Umgebung, ein paar Autos höchstens, ein Fahrradfahrer irgendwo. Verhält sie sich ruhig LOBEN. Unbedingt und für alles loben, ob mit Leckerchen, einer Streicheleinheit, mit lobenden Worten, einem Wurf ihres Spieleugs oder einem Clicker (vielleicht wäre das auch eine Option für dich). Sie muss in ihrem Verhalten, falls dies wünschenswert ist, bestärkt werden. Siehst du irgendwo ein Kind oder einen fremden Menschen auf dich zu latschen, dann würde ich in dieser Phase lieber noch umkehren, oder Richtungswechsel. Mach das einige Male für wenige Minuten. Dann steigere die Minuten. Dann geh mit ihr in dichter befahrene Straßen. Verhält sie sich ruhig, LOBEN. Reagiert sie ängstlich, geh nochmal zum letzten Schritt zurück und wieder langsam steigern. Und immer so weiter in die nächste Etappe. Von Reizarm bis Reizstark, aber das wird sicher noch dauern. Wichtig ist, es nicht zu übertreiben und nicht zu lange zu üben. Verknüpf alles positiv für sie, es muss ihr anfangen Spaß zu machen. Spaß macht es ihr, wenn es lohnend für sie ist. Mit Leckerchen, hast du gesagt, klappt nicht. Welche Leckerchen nimmst du? Hast du es mal mit gekochtem Hühnchen, Käse, Fisch probiert? Oder mit Pansen? Blättermagen? Jeder Hund hat seinen Preis Ansonsten gibt es auch Hunde, für die ein tolles Spiel viel schöner ist. Fordere sie zum Spiel auf (jetzt nicht unbedingt in der Stadt, sieht nämlich bescheuert aus), klatsch in die Hände, lauf ein paar Schritte, in die Richtung in die sie kommen soll, spring ein paar Mal hin und her, lache, rufe ihren Namen usw. Vielen Hunden macht das Spaß. Du musst herumexperimentieren, was für deinen Hund das schönste ist.
Da fällt mir ein, ähnliches kannst du auch in Ginas Thread zur Problematik mit ihrer Hündin nachlesen, dort habe ich auch meinen Vorschlag genannt, etwas ausführlicher, lies dir die Antworten mal durch, sonst wiederhol ich mich ständig . So in etwa würde ich es auch bei deiner Hündin machen.

Wegen dem Besuch: An sich finde ich das Ignorieren und das Leckerchen schmeißen richtig, sofern sie sich in dem Moment auch wünschenswert verhält. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Dazu später mehr.

Ach so: Und beschreibe doch bitte einmal noch ein bisschen präziser ihr Verhalten bei Besuch und bei Kindern. Wie sind ihre Ohren? Rutenstellung? Lefzen? Körperhaltung, nach vorne geneigt oder nach hinten? Gähnt sie? Beobachte sie mal.

Gut ist, was du beschrieben hast, einen anderen Hund (Aber Achtung, der Hund sollte wirklich gut sozialisiert sein, sonst guckt sie sich evtl. noch das schlechte Verhalten ab oder wird in ihrem noch bestärkt!) mitzunehmen. Das gibt vielen unsicheren oder ängstlichen Hunden mehr Souveränität. Das solltest du öfters mal machen, aber nicht immer. Sinn ist ja nicht, dass sie ohne den anderen Hund garnicht mehr will.

Ich kann dir übrigens ein tolles Buch zum Thema "Angst beim Hund" empfehlen, nämlich "der ängstliche Hund" von Nicole Wilde. Praktisch und theoretisch sehr ausgewogen und auch hilfreich.

Super übrigens, dass du Gewalt ablehnst, das ist leider noch keine Selbstverständlichkeit, wie ich oftmals erfahren durfte. Das sollte generell und bei jedem Hund, bei einem ängstlichen Hund aber in besonderem Maße, unterlassen werden.

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14. Juli 2009 um 11:18

...
Das muss ja nichts gravierendes gewesen sein. Irgentetwas, was unbehagen in ihm ausgelöst hat. Ich hab nen 4 Monate alten Welpen zu Hause. Der ist auch manchmal etwas ängstlich. Ich arbeite mit Markerwort. Immer wenn meinem Knirps etwas gutes geschieht (Kuscheln, Kekse, usw) sage ich Prima! Wenn wir draussen sind und er sich ängstlich verhält, sage ich dann auch prima und er zuppelt schön mit mir mit. Er hat gelernt, das Prima etwas ganz tolles ist und wenn ich das sage, dann löst es in ihm Wohlbefinden aus.

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19. Juli 2009 um 22:28

...
so ich übe fleißig mit ihr und finde eigentlich auch, dass sich ihr Verhalten schon ein bisschen gebessert hat.
Zum Beispiel beunruhigt sie Donner nur noch, brongt sie aber nicht mehr zum panischen weg rennen.
An Besucher kann sie sich nun auch langsam gewöhnen, ihr ist aber das Ganze dennoch nicht geheuer. Zur Zeit lasse ich nur 3 verschiedene Leute regelmäíg "auf sie los" und langsam scheint sie zu verstehen, dass selbige sie nicht fressen. Sie gesellt sich ab und zu sogar von alleine zu uns in den Raum.
Eigentlich kenn sie die aber auch alle schon seitdem sie ein Welpe ist.

Sie ist eine Border Collie Dame und kommt von einer langjährigen Züchterin. Papiere hat sie allerdings, wie alle Hunde die ich bisher hatte, nicht.

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