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Bin ich Schuld?

10. November 2009 um 15:39

Hallo,
ich habe mich extra hier angemeldet, weil ich dieses Forum zu dem Thema gefunden habe, das mich quält.
Als ich vor ein paar Jahren aus einer Stadt hier aufs Land zog liefen mir nacheinander 3 Mietzekatzen zu, 2 Katzen, ein Kater. Da ich an der Straße wohne hätte ich mir von selbst niemals Tiere, und schon gar nicht so mehr oder weniger frei lebende, angeschafft. Nun ja. Sie waren dann da und wurden von mir mit Futter und Medikamenten versorgt, so, dass sie alle 3 auch einfach mal nicht mehr weg gingen.
Der Kater war seit März immer bei mir, mit wenigen Ausnahmen. Er war der anhänglichste und lief oft mauzend hinter mir her bis sonst wohin. Ich sah ihn oft gegenüber im Gras spielen und vermutlich Mäuse jagen.
Im Sommer hatte ich viel Besuch, auch Besuch der seine Katze mitbrachte und dann auch noch Besuch mit ner Katzenhaarallergie und zwar über 8 Wochen.
Da ich Nebengelass habe und die Mietzen auch da schlafen können "warf" ich sie nachts raus. 4 Katzen im Haus (mein Gast mit Katze hatte solche Angst, dass seine Katze sich verirren würde, dass er sie überhaupt nicht raus ließ) und noch dazu eine die immer nur meckert weil sie ständig niesen musste u.s.w., das hielt ich nicht aus und ich dachte ja meine Katzen könnten in dem Schuppen, wo sie auch gefüttert wurden und Schlafmöglichkeiten vorfanden und jederzeit rein und raus konnten, auch gut leben.
Mein Kater aber wollte immer mit rein und es brach mir manchmal fast das Herz ihn vor die Tür zu setzen. Ich wollte konsequent und gerecht sein...
Er legte mir nachts immer 2-3 Mäuse vor die Tür und mir fiel auf, dass er scheinbar nachts nicht im Schuppen schlief. Wo er war weiß ich nicht, vielleicht unterwegs, vielleicht aber auch auf der Wiese über der Straße um Mäuse für mich zu holen...
Die letzten Tag hatte er mal ganz stark gehustet und sich auch ein paar mal übergeben, aber ich habe nicht viel Ahnung von Katzen udn dachte, die würgen ja immer mal ihr Fell raus und so.
Dann fuhr ich vor 3 Wochen weg. Donnerstags fuhr ich los und montags kam ich wieder.
Meine Katzen waren draußen, so wie ganz oft. Dort werden sie aber auch gefüttert wenn ich nicht zu Hause bin. Ich fahre schon ab und an mal übers Wochenende weg, sogar mal länger und bislang hat das so imemr gut geklappt.
Am Freitag bekam ich einen Anruf von dem der füttert und er erzählte mir u. a. dass der Kater im Garten saß, abseits vom Haus, irgendwie abwesend und reagierte nicht auf seine Ansprache. Außerdem hatte er staubiges Fell und wollte, wie es schien, seine Ruhe haben.
Und jetzt war er weg.
Seit dem wurde mein Kater nicht wieder gesehen. Ich habe überall in der Gegend Plakate aufgehängt, die Tierärzte angerufen und bei den ganzen Nachbarn herumgefragt.
Der Förster meint er wird tot sein, angefahren und dann gehen sie irgendwann ein oder der Fuchs holt sie oder der Marder. Es kann auch sein, dass er vergiftet wurde oder sich mit Fuchs, Marder, Hund, anderem Kater gebissen hat.

Mal davon ab, dass ich unendlich leide, weil ich nicht weiß was passiert ist und mir das Schlimmste ausmale, mache ich mir so schlimme Vorwürfe. Ich hätte an dem Wochenende ja nicht wegfahren müssen. Warum habe ich das bloß getan? Er war ganz alleine hier mit seinen Schmerzen.
Wenn ich mit jemandem rede sagen alle immer nur "Ist halt so." oder "War doch nur ne Katze. Hol dir ne neue." ...
Ich halte das gar nicht aus. Mal davon ab, dass ich den nicht mit einem anderen ersetzen kann geht es um ihn. Er war so ein lustiges, argloses, verschmustes und anhängliches Ding.
Mit den Schukdgefühlen komme ich überhaupt nicht zurecht und hab mir schon Tabletten geholt, die die Stimmung ein wenig aufhellen sollen. Aber ach. Es bleibt ja doch wie es ist. Ich bin so traurig. Ihr versteht mich bestimmt.
Das war es erst einmal von mir.

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13. November 2009 um 9:19

Mach dir keine Vorwürfe
"Freilebenden" Katzen kann natürlich einiges mehr passieren als Wohnungskatzen. Dafür aber haben sie auch ein abwechslungsreiches Leben, können jagen, erkunden, Artgenossen treffen und vieles mehr.

Es ist die übliche Frage, ob man loslassen kann, oder ob man zu viel Angst um ein geliebtes Wesen hat.

Wahrscheinlich ist deinem Kater tatsächlich etwas passiert. Das ist schlimm und das tut mir auch wirklich sehr leid für dich.
Du musst sehr unter dem Verlust leiden...
Aber das Risiko bestand immer und ist der Preis für ein aufregendes, freies Katzenleben.

Mach dir keine Vorwürfe. Dein Kater hatte es bei dir gut.
Einem Tier einen Teil natürliche Lebensweise zu gewährleisten geht nicht ohne eine entsprechende Gefahr.
Aber würdest du lieber ein Leben lang in einer sicheren Wohnung sein, oder lieber das Leben (er)leben?

Ich hoffe, du kannst dir bald anstelle der Horrorszenarien ausmalen, wie sein Leben wohl sonst dort draußen war. Sicherlich hatte er sehr viel Freude an seinen Streifzügen.

Übrigens weißt du ja gar nicht, ob er Schmerzen hatte....

Alles Liebe und dass du dich eines Tages nochmal in ein Tier verlieben kannst
wünscht
Ele

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14. November 2009 um 21:02
In Antwort auf liva_11977900

Mach dir keine Vorwürfe
"Freilebenden" Katzen kann natürlich einiges mehr passieren als Wohnungskatzen. Dafür aber haben sie auch ein abwechslungsreiches Leben, können jagen, erkunden, Artgenossen treffen und vieles mehr.

Es ist die übliche Frage, ob man loslassen kann, oder ob man zu viel Angst um ein geliebtes Wesen hat.

Wahrscheinlich ist deinem Kater tatsächlich etwas passiert. Das ist schlimm und das tut mir auch wirklich sehr leid für dich.
Du musst sehr unter dem Verlust leiden...
Aber das Risiko bestand immer und ist der Preis für ein aufregendes, freies Katzenleben.

Mach dir keine Vorwürfe. Dein Kater hatte es bei dir gut.
Einem Tier einen Teil natürliche Lebensweise zu gewährleisten geht nicht ohne eine entsprechende Gefahr.
Aber würdest du lieber ein Leben lang in einer sicheren Wohnung sein, oder lieber das Leben (er)leben?

Ich hoffe, du kannst dir bald anstelle der Horrorszenarien ausmalen, wie sein Leben wohl sonst dort draußen war. Sicherlich hatte er sehr viel Freude an seinen Streifzügen.

Übrigens weißt du ja gar nicht, ob er Schmerzen hatte....

Alles Liebe und dass du dich eines Tages nochmal in ein Tier verlieben kannst
wünscht
Ele

Danke
Ganz lieb von dir, dass du mir Mut machen möchtest.

Es ist jetzt über 3 Wochen her. Er wird nicht wieder kommen und ja, ich weiß, das ist wohl der Preis dafür, dass man als Katze rumstromern kann, Mäuse fangen, eben frei sein....
Ich dachte, ich könnte damit umgehen und habe manchmal schon so im Kopf gehabt "irgendwann liegt er platt auf der Straße".
Aber es stimmt, ich weiß nicht, ob er Schmerzen hatte, nur wer stirbt ohne Schmerzen so plötzlich? Kann höchstens noch sein, dass er einen Schock hatte und dann unterkühlt war, aber er war ein junger, kräftiger Kater. Trotzdem vielen Dank Ele, es weiß ja in der Tat keiner was passiert ist, außer evtl. irgend ein Autofahrer.
Alles Gute für dich. A.

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16. November 2009 um 22:19

Schwerer Verlust
Hallo!

Erst einmal möchte ich Dir sagen, wie leid mir das mit Deinem Kater tut. Ich kann nachempfinden, was Du fühlst. Am Schlimmsten finde ich, wenn man nicht weiß, was mit dem Tier passiert ist, ich glaube man wird es nie los, sich das Schlimmste vorzustellen. Es ist schlimm, nie eine Antwort zu finden. Ich kann auch verstehen, daß Du Dir Vorwürfe machst, ich kenne das. Ich hatte auch einmal einen kleinen Kater. Alleine die Vorstellung, daß er längere Zeit alleine draußen ist, hat mich beunruhigt, ließ sich aber nicht vermeiden. Nur nachts bestand ich darauf, daß er im Haus schläft. Er hat mich immer von der Arbeit abgeholt (direkt auf der anderen Straßenseite in einer Sackgasse!), die Zeiten kannte er auswendig. Einmal Pfeifen genügte in der Regel und er kam nach Hause. Ich war damals noch ein

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16. November 2009 um 22:45

Zweiter Versuch
Hallo nochmal!

Leider wurde meine Antwort nicht komplett gesendet, weiß nicht warum. Versuche nochmal, meine Worte zu finden.

Ich war also noch ein Teenie und wir waren zu einer Weihnachtsfeier eingeladen. Kimba war noch nicht da, das eine Mal wird schon nichts passieren, dachten wir und mussten gehen. Ich hatte nicht viel Spaß bei der Feier, ich freute mich nur auf zu Hause, auf Kimba. Zu Hause angekommen, rief und pfiff ich immer wieder nach ihm, aber er kam nicht. Meine Eltern waren nochmal weg und es klingelte an der Türe. Draußen stand ein Nachbar mit einer Tüte in der Hand, darin war Kimba, überfahren! Nur zwei Straßen weiter, der Fahrer ist natürlich abgehauen. Ich werde das nie vergessen.
Natürlich hätte es auch an jedem anderen Tag tagsüber passieren können, aber es war dieser einen Abend, an dem ich ihn ausnahmsweise draußen ließ.
Ich werde den Verlust eines Tieres niemals akzeptieren können. Letztes Jahr ist mein über alles geliebtes Hündchen gestorben und wieder mache ich mir Vorwürfe, meiner Meinung nach berechtigt, denn es sind so viele Fehler passiert, die ich hätte vermeiden können. Ich denke beim Tod, egal ob beim Mensch oder Tier, sucht man immer nach Gründen und glaubt, man hätte irgendetwas besser machen können und müssen. Aber vielleicht muß man sich einfach damit abfinden, dass das Schicksal vorbestimmt ist, auch wenn das sehr schwer fällt.
Mittlerweile habe ich wieder ein Hündchen, das ich sehr liebe (und immer ein schlechtes Gewissen dem verstorbenen Tier gegenüber) und es ist immer die Angst da, es könnte wieder etwas passieren, wofür ich mir die Schuld geben muß. Aber ich genieße nun einfach die schöne Zeit mit meiner Kleinen und hoffe, dass ich sie noch lange habe.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Kraft mit dem Verlust fertig zu werden und hoffe, die anderen Kätzchen helfen Dir dabei.
Wir sollten an die schönen Zeiten denken und daran, dass es unsere Lieblinge gut hatten.
Wir hätten es nicht verhindern können.

Ganz liebe Grüße, molly1998

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3. Januar 2010 um 15:08

Bin ich schuld?
hallo,
auch ich habe mich hier angemeldet weil ich sehr große schuldgefühle habe.
mein yorki 13,5 jahre war herzkrank und bekam medikamente. wassertabletten waren auch dabei. ein anderer tierazt sagte mir das die sorte sehr aufs herz geht. also habe ich sie nur gegeben wenn ich gemerkt habe das sie hustet. es hat immer funktioniert. ich wollte das sich das kleine herz nicht so belasset. sie war auch gut drauf. sie hat zwar fast nur noch geschlafen aber kein anzeichen für wasser.
am 29. 12 ist sie dann an wasser in der lunge gestorben. sie hatte keine anzeichen gehabt das etwas nicht stimmt .- kein husten, nix. aufeinmal fing sie an, doll zu hecheln.sofort habe ich ihr eine wassertablette gegeben. ich bin dann auch sofort zum arzt. dort bekam sie dann ein medikament. drei stunden später ist sie dann einen grausamen tot gestorben. ich musste sie einschläfern lassen. ich war bis zum schluss bei ihr. es war das schlimmste was ich je in meinem leben erlebt habe. meine schuldgefühle lassen mich nicht los. es tut mir so leid um meine kleine maus. ich würde die uhr so gern zurück drehen. ich kann an nichts anderes denken.

cora0509

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3. Januar 2010 um 15:16

Bin ich schuld?
hallo,
es tut mir sehr leid um deinen kater.
ich denke aber das du den katzen ein zuhause, futter und ärztliche versorgung gegeben hast.
ein anderer hätte sie vom hof gejagt. ich weiß das man dich nicht trösten kann.
vielleicht redest du dir ein das sie jemand mitgenommen hat und sie nun ein schönes hause gefunden hat.
ob das nun hilft weiß nich auch nicht.
ich habe jetzt auch die erfahrung gemacht das man in bestimmten situationen keinen trost annehmen kann.
Traurige grüße cora0509

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26. August 2010 um 16:37

Tut mir furchtbar leid
wir hatten auch eine Katze die immer im Garten schlief, sie ist uns mal zugelaufen, völlig abgemagert und mit gebrochenem schwanz, da wir aber schon eine hatten die sich mit anderen nicht versteht, haben wir ihr im Garten ein Haus mit 3 Etagen gebaut, dort schlief sie immer unter einer Wärmelampe. Manchmal lief sie auch zum Haus und miaunzte die ganze zeit bis sie einer rein ließ. Meistens morgens um 6.00uhr da ich dann eh aufstehen musste. Eines morgens habe ich auch ein maunzen gehört musste mich aber beeilen und hab gedacht komm ich lass sie rein wenn ich gleich raus gehe. Als ich dann draußen war lag sie dort auf der Sraße überfahren. Glaube das war der schlimmste anblick den ich je gesehen habe. Später habe ich aber von nachbarn erfahren das es nicht meine Katze gewesen sein konnte die gemautzt hat, da sie schon dort tot lag als die zur arbeit gegangen sind, also schon viel früher...
Bis ich das wusste haben mich meine schuldgefühle nur so zerfressen, der verlust war zwar da, aber die schuldgefühle wurden weniger als ich wusste das ich sie nicht hätte retten können.

Wärst du damals nicht für die drei da gewesen, wären sie wahrscheinlich schon viel eher gestorben wer weiß an was..

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