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Abschied nehmen vom Haustier *DRINGEND*

30. Oktober 2006 um 23:43 Letzte Antwort: 3. November 2006 um 19:23

Hallo,

ich stehe vor einer ganz schwierigen Situation. Unser (also der Familienkater, der bei meinen Eltern lebt) Kater ist 12,5 Jahre alt und letztes Jahr wurde bei ihm Diabetes entdeckt im Dezember. Der Arzt stellte uns vor die Wahl ob wir Insulin spritzen wollen oder ihn einschläfern lassen wollen. Da er auch noch ne Fettleber hat. Wir haben es dann riskiert und ihn 4 Monate gespritzt und bemerkt dass das gar nicht fruchtet. Unser Kater war dafür gar nicht empfänglich. also es brachte eigentlich nix, außer dass wir ein Haufen Geld zum Fenster raus warfen. Also hörten wir im April oder so auf mit dem Spritzen und unser Kater lebte so vor sich hin. Nun ja, und jetzt sind die ganzen Begleiterscheinungen schlimmer geworden.

Man kann zwar nicht sehen, dass es ihm dreckig geht, er läßt sich noch kraulen und schnurrt noch. Aber er kann nicht mehr so gut laufen, er legt sich nach 2-3 Schritten mitten in den Weg, pieselt mal hier und mal dort hin, kann nicht mehr auf stühle oder Sofa springen, reagiert nicht mehr so gut. naja er hat eben fast schon so eine Scheiß Egal Haltung. Aber wenn man ganz nah an ihn ran geht, guckt er einen noch so lieb an. Der Arzt meinte vorgestern es wäre nun wohl doch an der Zeit sich Gedanken zu machen über einen Zeitpunkt, an dem wir ihn einschläfern lassen wollen. Nach langer Diskussion kamen wir zu dem entschluß dass es am Donenrstag passieren soll, weil es für ihn ja auch kein schönes Katzenleben mehr ist, nur noch so rumzuhängen.

Aber ich habe ein total schlechtes Gewissen, über seinen Tod zu bestimmen und dass WIR es sind, die ihm ein Ende bereiten.

Es wäre schön wenn mir jemand noch ein bißchen Mut zu diesem Schritt machen könnte, dass ich es mir vielleicht doch nicht so zu Herzen nehmen muß. Es wird für mich ein sehr schwieriger Schritt und ich will auf jeden Fall dabei sein wenn er uns verläßt.

Hat schon mal jemand ein Tier begleitet beim Einschläfern lassen?

Lieben Gruß Angellaney

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31. Oktober 2006 um 22:02

Die Gründe
die Du schilderst, stellen für mich noch keinen alleinigen Grund dar, das Tier einschläfern zu lassen. Es sei denn, er leidet offensichtlich. Aber nur, weil er nicht mehr aufs Sofa springen kann und hin und wieder mal sein Klo vergißt - das ist ja bei uns beinahe an der Tagesordnung

Aber Spaß beiseite: ich lasse grundsätzlich nur Tiere einschläfern, die sich wirklich quälen - ich habe auch eine Diabetes-Katze, einen lahmen und einen tauben Kater....am Wochendende mußte ich unseren blinden Kater einschläfern lassen, weil er an akutem Nierenversagen litt - da half nichts mehr.
Überdenk Deine Entscheidung nochmal und wenn es doch so sein soll, dann bleib bei ihm - es ist gar nicht soo schlimm, es tut weh und man ist furchtbar traurig, aber der Schmerz vergeht und der Tod gehört nunmal immer zum Leben dazu. LG Jule

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31. Oktober 2006 um 22:48

Ich mußte vor
einem jahr meinen kater einschläfern lassen, er ist gerade 2,5 jahre alt geworden. auch ich habe mich wie sein henker gefühlt, da ich bestimmt habe, dass der bewußte tag sein todestag werden wird. aber ich war mir sicher, das richtige zu tun, trotz des grossen kummers,da ich ihm ein äußerst qualvolles ende ersparen konnte.
beobachte ihn genau, ob er nicht doch noch so etwas wie lebensfreude empfindet. katzen sind sehr empfindsam und teilen es oft mit, wenn sie sich selber aufgeben und sterben möchten.
wenn du merkst, er kann und will nicht mehr leben, dann tu ihm diesen gefallen, aber sei dabei!
ich war erstaunt, wie friedlich das ganze war. mein kater bekam eine spritze, die ihn erst einschlafen ließ, ich habe ihn dabei in meinem arm gehalten, und erst einige minuten später setzte sein herz aus. ich war mir ganz sicher, dass er keine schmerzen hatte und wirklich friedlich hinübergegangen ist. und das tröstet mich heute noch.
alles, alles gute für euch.

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3. November 2006 um 19:23
In Antwort auf kalani_12728999

Ich mußte vor
einem jahr meinen kater einschläfern lassen, er ist gerade 2,5 jahre alt geworden. auch ich habe mich wie sein henker gefühlt, da ich bestimmt habe, dass der bewußte tag sein todestag werden wird. aber ich war mir sicher, das richtige zu tun, trotz des grossen kummers,da ich ihm ein äußerst qualvolles ende ersparen konnte.
beobachte ihn genau, ob er nicht doch noch so etwas wie lebensfreude empfindet. katzen sind sehr empfindsam und teilen es oft mit, wenn sie sich selber aufgeben und sterben möchten.
wenn du merkst, er kann und will nicht mehr leben, dann tu ihm diesen gefallen, aber sei dabei!
ich war erstaunt, wie friedlich das ganze war. mein kater bekam eine spritze, die ihn erst einschlafen ließ, ich habe ihn dabei in meinem arm gehalten, und erst einige minuten später setzte sein herz aus. ich war mir ganz sicher, dass er keine schmerzen hatte und wirklich friedlich hinübergegangen ist. und das tröstet mich heute noch.
alles, alles gute für euch.

Es ist vorbei
...so nun ist es passiert. Unser Kater ist tot und beerdigt.

Im Nachhinein gesehen fand ich es jetzt doch nicht so arg schlimm,, wie ich es befürchtet hatte. Beim entscheidenen Moment hat weder meine Mutter noch ich geheult wie ein Schloßhund. Es hielt sich in Grenzen. Es lag sicherlich daran, dass wir uns gut eine Woche vorher mit dem Gedanken angefreundet hatten und schon vorher genug weinen mußten. Meine Mutter hat sich abgelenkt in dem sie dem Arzt Fragen stellte. Er bekam eine Narkose die wirkte schon innerhalb von 2 Minuten, er mußte sich davon noch übergeben, weil er ja nicht nüchtern war. Der Arzt meinte man müsse ihn festhalten, weil er bestimmt abhauen möchte aus seinem Körbchen, da die Narkose ein wenig brennen würde und weil er wußte was unser Kater für ein schwieriger Patient war der sich gegen alles immer sträubte. Diesmal verlief es anders, unser Kater machte gar nix mehr und ließ es über sich ergehen und da meinte der Arzt auch dass er schon viel zu schwach ist um dagegen anzukämpfen und daran sieht man schon dass wir die richtige Entscheidung getroffen hätte und es eine Erlösung ist für ihn. Die Todesspritze bekam er dann danach in die Beinvene über eine Kanüle gespritzt. Es ging auch ganz schnell bis das Herz aussetzte. Die Augen des Katers blieben offen, aber selbst das fand ich dann gar nicht so schlimm. Man hatte das Gefühl er guckte einen ganz friedlich an. Als der Arzt dann weg war und wir mit ihm alleine, streichelten wir ihn noch und sagten alle Lebe wohl.

Wir sind alle erleichert und froh dass alles so reibungslos klappte und das wir alle bei dem Kater waren in den letzten Minuten und dass es in seiner gewohnten Umgebung passierte.

FAZIT:

Jedem dem sowas bevorsteht würde ich dazu raten, wenn ihr selbst bestimmen müßt wann es soweit sein soll, dann nehmt euch ein paar Tage vorher Zeit euch damit auseinanderzusetzen, stellt euch den Tag vor und nehmt auch schon Abschied von dem Tier, so für euch selbst. Und wenn es machbar ist, dann lasst den Tierarzt zu euch nach Hause kommen. Es ist wirklich eine enspanntere Atmosphäre und ihr erspart dem Tier die innerliche Unruhe während der Fahrt zum Tierarzt.

Lieben Gruß
Angellaney

PS: Und Danke für eure antworten zurvor!

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